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den Pedell seine Einladung bei allen Mitgliedern der Universität, die ein Barett zu tragen berechtigt sind, so wie bei allen geistlichen und weltlichen Honoratioren der Stadt. Jeder Meister der Theologie empfängt von ihm ein neues Barett, so auch Kanzler und Nector (mindestens acht Schilling werth), und jeder Eingeladene ein Paar Handschuh. Am Tage des DoctoratS versammelt sodann die große Münsterglocke die Eingeladenen im Kollegium der Universität, von wo sie sich paarweise, unter Vortragung brennender Kerzen, in den festlich geschmückten Münster begeben. Hier betritt der Promotor die dazu eigens errichtete hohe Kanzel, ruft nach einer passenden Vorrede den Licenciaten zu sich, ernennt ihn zum Doctor und setzt ihm zugleich das Barett auf, steckt i'hm den goldenen Ring an den Finger und übergibt ihm ein offenes und ein verschlossenes Buch. Hierauf besteigt der neue Doctor selbst die Kanzel und empfiehlt in seiner Rede die l). Schrift. Schon lauern zwei Kampfhähne im Hintergrund, wovon der ältere den sogenannten Hahnensatz aufweist, den der jüngere bestreitet; welche beide nun unter sich den Kampf so lange fortsetzen, bis der neue Doctor es für geeignet hält, denselben durch seine Danksagung an die Versammlung zu beendigen. Diese löst sich unter Orgelspiel und Lvbgesang auf.
Die Revolution in China.
2.
Die Taipings und der Bürgerkrieg bis 1 8S7.
Der Urheber und daö Haupt des gegenwärtigen Aufstandeö ist Hung Siu Tsiuen, der Sohn eines armen Bauern, und 1813 in einem Dorfe des Kreises Hwa, nordöstlich von Kanton geboren. Da er frühzeitig ungewöhnliche Fähigkeiten zeigte, so schickten ihn seine Verwandten in "die Schule. Später wurde er Schullehrer, setzte dabei seine Studien fort und bestand das erste Eramen in der Kreishauplstadt mit Erfolg. Dagegen fiel er bei der nächst höheren Prüfung in Kanton durch oder gehörte vielmehr nicht zu denen, welchen das Glück den Licentiatengrav ertheilte. Bei diesem Besuche in der Provinzialhauptstabt machte er die Bekanntschaft eines zum Christenthum bekehrten Chinesen, Namens Liang Afah, der hier als Prediger wirkte und von dem er mehre Tractate religiösen Inhalts erhielt. Im Jahre 1837'meldete ^ sich abermals zum Eramen in Kanton, hatte abermals kein Glück und ver- siel aus Betrübniß in eine schwere Krankheit, die ihn nach Hause zurückzukehren nöthigte, und während welcher er verschiedene wunderbare Träume und Ge-