192
zum Abfeuern ward die Gabel, gegen den Mann geneigt, etwas vor dem Schlosse unter den Schaft gestützt und mit der linken Hand ^festgehalten.
Die Verbreitung der Musketen war keineswegs eine ungemein rasche. Bei den Spaniern gewannen sie zuerst schnell Eingang. Die spanischen Musketiere, obgleich noch immer ?lrkebusicre genannt, zeichneten sich, wiie es scheint, schon an der Bicocca 1622, sicherlich aber bei Pavia 1326 ans. Dagegen waren unter den 1S00 Schützen, die sich bei dem 12,000 Mann starken Haufen befanden, welchen George von FrundSberg 1526 nach Italien hinabführte, noch gar keine Musketiere, alle hattLN Handrohre leichten Kalibers. Bei den Franzosen waren die Musketen noch in der Mute des 16, Jahrhunderts etwas Neues. Im Jahre 1SS2 hatte der Marschall vM Brissac auf den Rath Wontlucs 400 Arkebusen machen lassen vou einem Kaliber, welches 300 bis 400 Schritt weit trug, also Musketen. Davon unsren 20 auf jed.e Compagnie vertheilt und die Leute, welche sie erhielten, bekamen erhöhten Sold. Dasselbe Verfahren ward bei den Deutschen und den Spaniern beohachtet. AIS Alba 1367 auS Italien nach -den Niederlanden zog, sorgte er dafür, daß bei jedem Fähnlein sich IS Musketiere befanden, die nicht blos einen beträchtlich erhöhten Monatssold -bezogen, sondern deren jovcm auch ein Junge gehalten ward, der ihm auf dem Marsche die MuSkete trug. .Erst nachdem während der niederländischen Kriege das Kaliber her MuSkete, -wie oben erwähnt, verringert war, so daß sie nun einem Manne mittlerer Stärke handgerecht war, obgleich sie einschließlich der Gabel immer noch 16 bis 17 Pfund wog, verschwand das Handrohr im Wesentlichen ganz; man gestattete es zu Ansang deS 17. Jahrhunderts nur noch den jungen Rekruten, hielt aber auch bet diesen darauf, daß .sie die Gabel gebrauchten, damit sie sich all- mälig an dieselbe gewöhne» und sich so auf >den Gebrauch der Muskete vorbereite« möchten.
Die Bezeichnung Muskete (moscdetto) ward erst nach der Mitte cke>S 16. Jahrhunderts gebräuchlicher. In den Benennungen der verschiedenen Waffen herrscht überhaupt noch das ganze Jahrhundert hindurch eine ziemlich b edeutende V erw inmm,g.
"i^! '!..^z-'.-'-nM ^MVt^KvinÄ5i>:' (!iins!:.'.> , 5?>.'» l,Zz^uA',<»
Die achte Gruppe aus der Schloßbrücke in Berlin.
Nach einem Zwischcnraum von mehren Jahren ist endlich in diesen Tagen die Aufstellung der achten und letzten der für die Schloßbrücke bestimmten Gruppen erfolgt.
Sie stellt den im Kampfe gefallenen Kriege«, dar, oder vielmehr den fallenden, denn der zum Tode verwundete wird im Falle aufgehalten durch — einen Engel mit dem Palmen zweige. Diese Erscheinung hat in der letzten Gruppe -die