136
zur Förderung des Associationswesens bei uns am zweckmäßigsten Seitens des Publikums geschehn kann. Da jedoch der uns zugemessene Raum schon überschritten ist, so verschieben wir dies auf später, wo wir zugleich die Stellung des in diesem Jahre zu Frankfurt a/M. zusammengetretenen internationalen Wo hl thätigk eitscongresses zur vorliegenden Frage in^das Auge fassen wollen.
Beiträge zur russischen Geschichte.
Die Thronbesteigung des Kaisers Nikolaus I. von Rußland im Jahr
Nach seineu eignen Auszeichnungen und den Eriunerungen der kaiserlichen Familie aus Befehl Sr. Maj. des Kaiser Alexander II. herausgegeben vom Staatssecretär Barou von Korsf. — Deutsche Ausgabe. — Berlin, I. Springer. — Berlin, allg. deutsche Verlagsanstalt. —
Ein russischer Staatsmann. Des Grasen I. I. Sievers Denkwürdigkeiten zur Geschichte Rußlands. Von K. L. Blum. Bd. 1. 2. Mit vielen Porträts. Leipzig und Heidelberg, Winter. —
Die hauptsächlichen Umrisse der merkwürdigen Begebenheit, mit welcher die Negierung des Kaiser Nikolaus begann, werden durch diese Auszeichnungen freilich nicht verändert, aber doch sind sie ein wichtiger Veitrag für die Geschichte unserer Zeit, theils weil durch sie mehre interessante Details festgestellt werden, hauptsächlich aber in Bezug auf die Charakteristik der betheiligten fürstlichen Persönlichkeiten. Auch in so fern sind sie interessant, als sie den unbedingten Eindruck der Wahrheit machen. Mit gewissenhafter Sorgfalt haben Kaiser Nikolaus und seine nächsten Umgebungen alles zusammen gebracht, was zur Aufklärung dieses räthselhasten Ereignisses beitragen könnte, und mau kann wol jeden einzelnen Zug, der hier berichtet wiro,. als authentisch betrachten. Es ist Schade, baß die Aclenstücke der Verschwörung, die doch auch zur Sache gehören, nicht gleichfalls mitgetheilt sind. So unbedeutend sie an sich war, so ist sie doch ein merkwürdiges Symptom von den Einflüssen der Bildung und Verbildung Europas, die sich auch bei einer barbarischen Nation geltend machen. Die Söhne der russischen Aristokratie, die jungen Lieuleuanls und Rittmeister begeistert für eine Konstitution nach französischem Muster! So komisch sich das auf den ersten Anblick auönimmt, es hätte doch beinah zu ernsten Folgen geführt, und gibt für die Zukunft viel zu denken. So wenig sich die russischen Zustände mit denen des übrigen Festlands vergleichen lassen, ein so reger, ja fanatischer Nationalgeist in der Masse des Volks lebt, die Beziehungen zu der Civilisation des Auslandes