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gesprochen hatte." Auch die Testamente der Diener, die ihren Herrn mit Ostentation von der Erbschaft ausschließen, enthalten eine bittre Anspielung, eS war schon etwas Großes, wenn man wagen durfte, den Kaiser nicht zum Erben einzusetzen! So ist auch diese leichtfertige Schilderung, in der sich nur Lächerlichkeiten und Extravaganzen der Zeit reflectiren, nicht völlig frei von finstern Schatten.
Eine Jesuitenkoinöoie in Rom.
In dem Collegio di Propaganda Fede findet alljährlich, etwa um die Zeit der heiligen drei Könige, ein sogenanntes Sprachenfest statt. Eingeladene oder Angemeldete haben Zutritt. Daö letzte römische Jubeljahr, veranlaßt durch die Feststellung des JmmacolatadvgmaS, gab dem berühmten Misstonsseminar Gelegenheit, im Geschmack der rappresenwlione sacre ein besonders reichhaltiges Programm vorzuführen und eine große Menge Neugieriger zu dieser für das vergleichende Sprachstudium unvergleichlich anziehenden heiligen Komödie herbeizulocken.
Unweit des berninischcn Palastes, welcher dem Jesuitencollegium jetzt gehört, war man um jene Zeit eben beschäftigt, die „Mariolatrie" durch Aufrichtung einer neu aufgefundenen antiken Säule zu feiern. Sie sollte durch eine Statue der im Halbmond stehenden Madonna geschmückt werden. Ob sie das Jesuitencollegium oder Spitthöverö deutschen Buchladen anschauen werde, stand noch dahin.
Dieses Monument, ein Unterwerfungssymbol der alten Gegner deS JmmacolatadvgmaS, der Dominicaner, gereichte den Jesuiten zu nicht geringem Stolze, und sie suchten ihre Befriedigung über diese ihnen so nahe gerückte Auszeichnung durch eine doppelt reiche Ausstattung des diesmaligen Sprachen- sesteö an den Tag zu legen.
So wurde dasselbe denn am 1i. und 15. Januar mit allem Pomp in der geräumigen Kapelle des JesuitencollegiumS begangen. DaS Schiff war mit männlichen Zuschauern gefüllt. Die Damen schloß man auS, gestattete ihnen jedoch, durch die Fenster der oben anstoßenden Gemächer dem sonderbaren Schauspiel beizuwohnen. Hinter den Zuschauern, auf dem Chor hatte eine starkbcsetzte Musikbande ihren Posten bezogen und leitete im italienischen Geschmack durch vertusche und andere Opernstücke die heilige Parade ein. Die Schüler der Propaganda saßen auf erhöhten Bänken vor dem Altar. Hinter ihnen erinnerte daS Porträt des Papstes an den siegreichen Beendiger dieses dogmatischen Streites, der so manches Jahrhundert unerledigt ge- Grenzboten IV. 4367. 8