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gemüthlichen Weise wie es früher projectirt ist, geschehen, sondern durch einen harten Kampf, der seine sehr schlimmen Seiten haben wird. Dieser Kampf kann nur durch eine bereits organisirte StaatSkraft geführt werden, und eine solche eristirt bis jetzt nur in Preußen. Der Jnstinct der Nation, der sich doch wol in den Kreisen, aus denen die gothaische Partei hervorging, lebhafter regt als in dem sogenannten Volk, trieb die nationale Partei zum Anlehnen an Preußen, und wenn ihr damals in dem Staat, der ihr Führer werden sollte, keine bewegende Kraft entgegenkam, so kann das doch die Sachlage nicht an- dern; jener Jnstinct wird sich immer von neuem wieder geltend machen, so lange nicht entweder die Staaten ihre Natur ändern, oder Preußen durch äußere Gewalt auS der Reihe der Großmächte tritt. Auf diese unbestimmte Zukunft hin kann niemand speculiren; für jetzt empfindet die deutsche Nation jede Schwäche Preußens als eigne Schwäche, und sieht jedem Fortschritt Oestreichs mit Bedenken zu. Nur in einem Punkt geben wir Hr. Diezel Recht. Die kleinliche, unfruchtbare Opposition, die Preußen gegen Oestreich macht, ist eines historischen Staats nicht würdig und kommt der deutschen Nation nicht zu Gute. Bis es einmal zur ernsten Entscheidung kommt, sollen die beiden Staaten, die so viele gemeinsame Interessen haben, Hand in Hand zu gehen suchen. —
I. S.
Aus dem römischen Alterthume.
Der öffentliche Tagesan zeige r.
3u den zahlreichen wissenschaftlichen Fälschungen und Mystifikationen, die von einem Theil des gelehrten Publicums gläubig aufgenommen und hitzig gegen kritische Angriffe vertheidigt worden sind, gehören zwei angebliche Fragmente einer altrömischen Tageschronik oder Zeitung, das eine auö dem Jahr 1b2, daö andere aus dem Jahr 68 (vor Christus). Diese merkwürdigen Ueberreste antiker Jourualist.k sollen auf Marmorlaseln gestanden haben, die im 16. Jahrhundert irgendwo zum Vorschein gekommen, seitdem aber wieder spurlos verschwunden wären. Trotzdem haben damals und später viele bedeutende Kenner des römischen Alterthums an ihre Authenticität unbedingt geglaubt, und cS gibt noch heute namhafte Gelehrte, die nicht daran zweifeln. Sie enthalten politische Nachrichten und Stadtneuigkeiten und sind in der That recht geschickt erfunden. Von wem, ist mit Bestimmtheit nicht zu ermitteln, vielleicht von einem spanischen Gelehrten des -16. Jahrhunderts LudovicuS BiveS, auS dessen Papieren die ersten Abschriften jener angeblichen Marmorfragmente herrühren. Nirgend (Neapel vielleicht ausgenommen) sind so viele falsche Inschriften geschmiedet worden als in Spanien, und BiveS war ein
Grenzbote». IV. 18S7. 7