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Die englische Malerschule.
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Die englische Malerschule.

Die große Ausstellung zu Manchester sammelt das Vorzüglichste, was Großbritannien an Kunstschätzen hat, auf einige Monate unter einem Dache, und jeder, der durch die weiten Räume geschritten ist, wird sie in hohem Grade befriedigt verlassen, denn wenige Galerien dürften des Vorzüglichen so viel bieten. Wir geben später vielleicht eine Schilderung der Ausstellung und beschränken uns jetzt darauf, eine Skizze von dem zu entwerfen, waö England selbst in der bildenden Kunst geleistet. In den drei Sälen der rechten Seite des Glaspalastes findet man fast alle bedeutenden britischen Künstlernamen vertreten, hat man sich daneben noch die Vernon- und die Turner-Galcry, die Nationalgalerie, die Britisch Institution, einige jährliche Ausstellungen und die bedeutendsten Privalsammlungen angesehen, so wird man sich eine ziemlich genaue Anschauung von der Entwicklung und dem Zustande der englischen Malerei bilden können. .

Die englische Schule hat keinen süufhundertjährigen Stammbaum, wie ihre festländischen Geschwister, sie ist wenig wehr als hundert Jahre alt, aber wäh­rend wir in Italien, dem Vaterlande der unsterblichen Meister, ein rasches Herabsteigen von jener classischen Höhe sehen, das in einem hoffnungslosen Falle endet, finden wir in England einen nicht abzuleugnenden Aufschwung, und eine sich immer mehr verbreitende Theilnahme der Nation an ihren Künst­lern. Der Geschmack für bildende Kunst erwachie in England weit später als in Italien, Deutschland und den Niederlanden und suchte, als er sich geltend machte, vorzugsweise die fremden Meister auf. Holbein und später Vandyk waren die Lieblingsmaler des englischen Hofes-und der Aristokratie. In der reichen und höchst interessanten Britist) Portrait Galery, welche sich auf beiden Seilen des Mittelschiffes ausbreitet, findet man bis zum Anfang vorigen Jahr­hunderts überwiegend fremde Künstlernamen, neben Holbein und Vandyk namentlich Vansomer, Jansen, Vereist, Zuchcrv; die englischen Porträtmaler der frühern Zeit Dase, Graves uud Hudson erscheinen unbeschreiblich steif und hölzern. Sir Peter Lely und Sir Godsrey Kueller bezeichnen den Uebergang zu einem bessern Stil und das Porträt, das wir in allen aristokratischen Ge­meinwesen besonders cultivirt finden, ward der Ausgangspunkt, von dem sich Greuzboten III. 61