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An der Hamburger Börse.
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Da wandern sie hin zur Börse die Kaufleute Hamburgs in langen, dichten Reihen von allen Theilen der Stadt her. Es ist nicht anders, als wenn die emsigen Ameisenzüge in ununterbrochener Bewegung dem gemeinsamen Vorrathshause zustreben. Und man steht es dem ganzen Wesen der Kaufleute an, ihrem gemessenen, nicht langsamen und nicht übereilten Schritt, vor allem ihrer Geschäftsmiene, daß sie sich der ganzen Bedeutung ihreS Thuns wohl bewußt sind. Diese kaufmännische GeschästSmiene ist nicht feierlich, wie die des Kirchgängers und nicht verdrossen und selbstzufrieden, wie die des Beamten, auch nicht blos nachdenklich wie die deS Gelehrten, sie ist aber vor allen Dingen gewaltig eintönig, wie die unendlichen Zahlenregister eines Hauptbuchs. Reich oder arm, groß oder klein, beleibt oder mager, sie tragen alle den gemeinsamen Willen im Gesicht, in möglichster Pflichttreue den Beruf deö Geld- verdienens zu erfüllen. Das urwaldbärtige Antlitz des modernen Dandy und die sauber abgeschabte Physiognomie aus der guten alten Zeit sehen doch ü> diesem Augenblick einander sehr ähnlich. „Seid umschlungen Millionen", das ist der Text der heutigen auf allen Gesichtern zu lesenden Betrachtung, wie es der aller vergangenen war und aller künstigen sein wird.
Ein Theil der Börsenankömmlinge macht einen kurzen Abstecher in das Backgebäude hinein, um daselbst die Anweisungen zum Abschreiben abzugeben, was nach -I Uhr nur gegen Entrichtung von 2 Schilling für jeden Zettel geschehen kann. Ordnung regiert die Welt und Schillingsbußen regieren die Ordnung. Aber immer dichter werden die Züge, namentlich aus den alten, vom Brand verschonten Theilen der Stadt, die nur einen Zugang zur Börse haben. Endlich wird in den langen Reihen eine schnellere Bewegung bemerk- l'ch, weiter hinten schön ein gewisses Laufen. — Das Börsengeläute will seinem Ende nahmen; endlich mit dem letzten Verhallen der Glocke gerathen sie ' alle in ein Wettlaufen, um die 4 Schillinge zu sparen; der gemessene kaufmännische Ernst fällt vor diesem dräuenden Fatum zusammen.
Die anfänglich im Börsenraume nur wenig zahlreiche und noch ziemlich bewegliche Menschenmenge geräth mit dem immer neuen Zuströmen von allen Thüren her endlich in einen festen Halt. An der Börse hat jeder Geschäftszweig seinen besondern Platz und jeder einzelne Kaufmann seinen festen Stand innerhalb seines Bezirkes. Zu diesem Zwecke sind die Pfeiler Mit Nummern versehen und ist der Fußboden in Quadrate eingetheilt, die gleichfalls jedes eine bestimmte Bezeichnung haben. So kann denn der Börsenbesucher seinen Geschäftsfreunden durch Buchstaben und Zahl ganz