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sten Verhältnisse durchschaute, und in der Unmittelbarkeit, mit der sich bei ihm der Entschluß auf die Einsicht drängte, das Ideal des französischen Geistes ist, so ist ThierS mit der Elasticität seines Talents der beste Kenner und Ausleger desselben. In einer Zeit, wo der Einfluß des Auslandes mehr und mehr in die französische Literatur eingedrungen ist, und die Unbefangenheit des französischen Denkens verkümmert hat, gibt es keinen Schriftsteller, der uns die Fortdauer dieses altsranzösischen Geistes so unwiderleglich versinnlicht, als der Geschichtschreiber der Revolution und des Kaiserreichs. I. S.
Goethe als Theaterdirector.
3. Aus seiner Administration.
In Bezug aus Urlaubsertheilungen, Engagements u, s. w. liegen viele charakteristische Schreiben vor, von denen folgende hier stehn mögen. An Kirms.
„ES ist mir angenehm zu hören, daß Sie sich wohl befinden und daß alles bei dem Theater in seiner Ordnung fortgeht; man muß auch für den Sommer das Beste hoffen. Veränderungen wünsche ich ohne dringende Ursachen nicht sobald und was K. . . betrifft, so kann ich mich nach dem Vorgefallenen nicht sogleich entschließen, ihn wieder anzunehmen. Unser Theater ist seiner Versassung nach ein respectableS Institut, und ich wünsche nicht, daß unruhige Köpfe es für einen Taubenschlag ansähen, wo man auS- und einstiegen kann, wie es beliebt. Schreiben Sie mir von Zeit zu Zeit, wie es geht. Zur Uebergabe von Mainz ist noch keine Hoffnung, und eine Belagerung, wenn sie auch noch unternommen wird, eine langweilige und böse Sache. Unser gnädiger Herr sind wohl und munter. Leben Sie recht wohl.
Lager bei Maricnborn, i. Januar 1793. Goethe."
An Kriegsrath von Egloffstein.
„Herr K. . . konnte mir nicht besser als durch Ew. Hochwohlgeb. empfohlen sein, und ich würde ihn mit besonderm Vergnügen bei dem Theater wieder anstellen, wenn nicht eine solche Societät ein so wunderbarer mystischer Körper wäre, bei dem man hundert Rücksichten zu nehmen hat. Das Rollenfach, zu welchem Herr K. . . sich gegenwärtig bestimmen könnte, ist besetzt, so daß bei seiner Aufnahme manches Unangenehme zu erwarten stünde, wobei denn auch eine neue Gage bei der Kasse in Betracht zu ziehen ist. Diese und andere Bedenklichkeiten hindern uns, in diesem Augenblicke eine bejahende Entschließung zu fassen, eine völlig verneinende aber würde bei dem mannigfaltigen Wechsel, dem die theatralischen Verhältnisse ausgesetzt sind, gleichfalls