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Verfassung anzuregen. Der Bürger lerne seine Rechte kennen, und er wird die Einsicht gewinnen, daß ihre Geltendmachung zur Erhebung seiner Nation aus keineswegs erfreulichen Zuständen und auch zur Beförderung seiner eignen materiellen Wohlfahrt dienen wird. Das größte Unglück, welches eine Nation treffen kann, ist das Abwechseln zwischen Zuständen langjährigen Schlafes und kurzem fieberhaften Auffahre» aus diesem Schlafe, Während jeuer Zeiten der Apathie werden gewöhnlich die Angelegenheiten einer Nation nicht in ihrem, sondern im Interesse von Coterien verwaltet. Bei diesem Auffahren aus dem Schlafe, in Revolutionen, verwaltet eine Nation ihre Angelegenheiten freilich selbst, aber gewöhnlich herzlich schlecht, etwa so wie ein Fieberkranker, der auf den Einfall kommt, sich in seinen Phantasien' die Arzneien selbst zu verordnen.
Nur die Nation ist gesund, die sich an ihrem Staatsleben stetig betheiligt, unausgesetzt ihre Rechte benutzt, um den,Leitern des Gemeinwesens Achtung vor diesen Rechten und im Gebiet der materiellen und geistigen Interessen denjenigen Impuls zu geben, ohne welchen ein Staatswesen, außer uuter seltenen und außerordentlichen Männern wie Friedrich der Große war, nimmermehr gedeiht. In England fehlen der Verfassung nicht nur die Garantien, welche wir an der preußischen vermissen, sondern auch andre, welche die preußische hat. Sollen wir jene deshalb unvollkommen nennen? Aber sie hat, was wir bei uns noch schmerzlich vermissen: ein festes Herkommen, das die Jahrhunderte geheiligt haben und den verfassungstreuen Sinn ihrer Bürger, eine Garantie, vhne welche auch die beste Versassung nichts ist als ein Blatt Papier.
Die Gothik und die moderne Bmlkunst.
Gothisches Musterbuch. Herausgegeben von V. Statz und G. Ungewitter. Mit einer Einleitung von A. N ei ch e n sv erger. Leipzig, T. O. Weigel. —
Mittelalterliche Bauwerke nach Merian. Von Vinccnz Statz. Mit einer Einleitung von A. Reichensv erger. Leipzig, T. O. Weigel. —
Die beiden Schriften müssen von zwei verschiedenen Seiten betrachtet werden, einmal als dankenswerthe Bereicherungen der Kunstgeschichte, sodann als Organe einer bestimmten Partei. Das letztere tritt namentlich in den beiden Vorreden hervor, allein ebenso in der Auswahl uud Einrichtung der Vorbilder. Neichensperger hatte um so mehr Grund, sich dieser beiden Werke anzunehmen, da er sie zum Theil veranlaßt hat, indem er zuerst auf die land-