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rungen und auf die Völker auszudehnen sucht. Das östreichische Coucordat war der größte Triumph in der' Sphäre der Regierungen. Die Völker sucht man jetzt dnrch populäre Schriften zu bearbeiten, die sogar dem Convcrsativnslcxicon Paroli bieten. Man merke wohl den Unterschied: eö wird nicht mehr auf die Geistreichen, aus die schönen Seelen eingewirkt, sondern aus die Menge. Die Partei ist jetzt so sicgesfroh, daß sie über ein ganz erstaunliches Unternehmen mit der größten Offenheit verhandelt, über die Gründnng einer katholischen Universität, die den Katholicismus als solche» zu ihrem Lebenszweck haben soll. — Es fällt uns nicht ein, die Partei zu tadeln, daß sie alle Mittel aufbietet, für ihre Zwecke zu wirken; im Gegentheil handelt sie ganz recht daran; aber nm so dringendere Veranlassung hat der Protestantismus, sich seinerseits zu rüsten. Glücklicherweise hat jetzt der Kampf einen andern Ort gewonnen, als den der blutigen Entscheidung; er ist aber darum uicht minder ernst, und es scheint nns, daß in diesem Fall all die kleinen Parteinntcrschiede vor dem großen Gegensatz schwinden müssen, denn eS handelt sich in letzter Instanz um die Glaubcuöfreihcit und um das sittliche Leben des Protestantismus.
Literatur.
In dem litcrarischen Theil der kürzlich in den Grenzbotcn angezeigten Schrift von Aug. Boden: „Zur Kenntniß nnd Charakteristik Deutschlands in seinen politischen, kirchlichen, litcrarischen und RcchtSznständen während der letzten Jahrzehnte. Frankfurt, 18S6" kommen u. a. auch Beurtheilungen des jungen Dentschlands ans der Zeit seiner Blüte vor, die nicht, wie es damals Sitte nnd von W. Menzcl angestimmt war, in Bausch nnd Bogen über dasselbe absprechen, sondern ans daS Einzelne eingehen. So ist GutzkowS Scraphinc (1838) genau zergliedert und günstig beurtheilt; zum Beweise, daß der Verfasser uicht aus Tadel ausging, wenn dieser auch nicht gespart wurde. Da Gntzkow sich z. B. in seinen „Beiträgen zur Geschichte der ueuestcn Literatur, -1836" über Wenzels, von Strauß ausgcdecktc, wissenschaftliche Schnitzer ausgehalten hatte, so theilt Boden dagegen sehr scherzhafte Schnitzer GutzkowS selbst mit. An einer Stelle in den „zwei friedlichen Blättern" von Strauß hatte es geheißen: „Oder sollte ein Paulus, unter Mühseligkeiten, Entbehrungen, Verfolgungen, mit dem Pfahl im Fleisch, in Ketten, aber empor- gctragcn auf dcu Flügeln seiner Idee, in der gewaltigen gesunden Bewegung seines Lebens, uicht auch in diesem Leben schon glücklicher gewesen sein als ein Nero aus dem größten Throne der Welt, aber in seines Nichts durchbohrenden Gefühl?" Hierzu hatte Gntzkow 18L0 bemerkt: „Wer mag dem gelehrten Manne > glanbcn, wenn er sagt, „„ein Paulus mit dem Pfahl im Leibe suhlte sich glücklicher, als ein Nero im Purpur"". . . Nero im Purpur wäre unglücklich? unglücklicher der Wollüstling, der Tyrann, der den Gott spielen durste, als der schmerzcnzcrfleischtc Märtyrer? Das kann nicht der Ernst eines Mannes sein, der wissen sollte, daß auch die Wollnst des Schmerzes sicher eine Grenze hat." Dazu bemerkte dann Boden: „Gntzkow nimmt hiernach an, daß der Apostel Paulus gcvsählt sei, lehrt uns also eine ncne Todesstrafe bei den Alten und eine neue