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erstickt worden, und trotz der Theurung, welche auf Portugal wie ein Alp liegt, lebt in den Gebildeten der Glaube an den Beginn einer besseren Zeit, das heißt für Portugal zunächst an eine redliche Verwaltung und gewissenhafte Verwendung der Staatsgelder.
Politische Neuigkeiten. Ueber den realistischen Putsch in Ncnenburg ist wol in ganz Europa nur eine Stimme; niemand zweifelt daran, ihn als et» ebenso lächerliches als frevelhaftes Untcruehmcn zu brandmarken; niemand zweifelt ferner daran, daß die Lösung des Verhältnisses zu Neuenburg ebenso im Interesse des preußischen Staats liegt, als im Interesse der Eidgenossenschaft; denn wenn auch die deutschen Staaten aus fürstlichen Domänen hervorgegangen sind, so haben sie doch im Lauf der Entwicklung eine andere Gestalt angenommen; der preußische Staat ist gegenwärtig etwas Anderes, als der Inbegriff der Vcsitzuugcn des Hauses Hohcnzvllcrn. Ob die neuen Erwerbungen in Schwaben, ob die schon früher bestandene Mitbesetznng süddeutscher Festungen durch Preußen, die iu einem vorkommenden EollisionSfall doch nicht zu halten sein würden, dem wohlverstandenen Interesse des preußischen Staats entspricht, das mag hier dahingestellt.bleiben. — Aber die Frage hat noch eine andere Seite, aus die wir hier aufmerksam macheu mochten. Die Aufhebung der preußischen Herrschaft in Neucnbnrg im Jahre <8ä8 war ein Aet eigenmächtiger brutaler Gewalt, ein Gewaltstrcich, der in jedem andern Fall zu einer blutigen Kollision geführt haben würde, und wenn Preußen durch sciuc Lage verhindert wurde, seine Ansprüche thatsächlich durchzuführen, so ist es doppelt die Pflicht der Großmächte, für die Herstellung des RcchtSzustaudes zu sorgen. Nichts liegt unsern Wünschen ferner, als die wirkliche Wicdcranknüpsuug jenes unhaltbaren Bandes; aber die Form muß gewahrt werden, denn es handelt sich hier um eiu Princip des allgemeinen Völkerrechts. Nach unserer Ansicht würde die Eidgenossenschaft in ihrem« eignen Interesse handeln, wenn sie dazu auf eiuc eruste uud sachgemäße Weise die Haud bietet, deun jetzt hat sie zwar von Prcnßcn nichts zu fürchten, aber es könnte doch'nntcr manchen Umständen eine Gefahr für sie daraus erwachse». Niemand wird in Abrede stellen, daß z. B. zwischen Preußen uud Frankreich einmal aus gemeinsamen Interessen ein Bündniß entstehen kann, daß eine staatsklugc preußische Regierung einer ebenso staatsklugcn französischen Ncgicruug ihr Recht aus Ncuenburg cedirt, und daß diese sich veranlaßt sieht, das so erworbene Stecht wenigstens als einen Vorwaud aufzufassen, sich in die Angelegenheiten der Schweiz einzumischen. — Das Fortbestehen der Schweiz beruht nicht aus ihrer eigucn Kraft, sondern ans den europäischen Verträgen, die ihr eine beständige Neutralität garautircn. Um so mehr hat sie Veranlassung, die Rechte anderer Staaten zu rcspectiren. und das Recht Preußens hat sie bei der Einverlcibnng von Neufchatel auf eine gröbliche Weise verletzt.
Wenn diese Begebenheit als eine Episode erscheint, die keine erheblichen Folgen haben wird, so sieht es mit einer andern, allgemeincrn Bewegung desto ernster aus. Wir meinen die Fortschritte des UltramontcmiSmuS, der mit einer Conse- qucnz, wie man sie lange nicht wahrgenommen hat, seinen Einfluß auf die Regie- Grenzbolen. III. 18öU. (iO