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W. A. Mozart.
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W. A. Mozart.

Von Otto Iahn. Zweiter Theil. Mit dem Bildniß Leopold Mozarts in Kupfer­stich nnd 2 Facsimiles von W. A. Mozarts Handschrist. Leipzig, Breitkops und Hcirtel.

Der erste Band dieses nicht blos für die Musik, sondern für die gestimmte Culturgeschichte höchst wichtigen Werks hat trotz der Schwierigkeiten des Ge­genstandes einen unerwartet schnellen, aber durchaus gerechtfertigten Anklang gefunden, indem binnen wenigen Monaten eine zweite Auflage nöthig wurde. Wenn dieser Erfolg schon dem ersten Bande zu Theil wurde, der doch bei dem größern Publicum eine ungleich geringere Theilnahme erwecken konnte, da Mozarts Jugendwerke der Menge unbekannt sind, so läßt sich bei dem zweiten Theil ein glänzender Erfolg mit Bestimmtheit voraussehn. Indem wir uns vorbehalten, von unserm frühern Referenten eine ausführliche Besprechung dieses Theils zu bringen, geben wir hier vorläufig eine Probe von dem Werk, welche die Bedeutung Glucks für die Geschichte der dramatischen Musik auf eine ebenso neue als treffende Weise charakterisirt.

Gluck war, nachdem er für die italienische Oper in Italien und London mit Beifall thätig gewesen war, im Jahr 1768 nach Wien gekommen und schrieb dort einzelne Aufträge, welche er für italienische Theater ausführte, abgerechnet theils für den Prinzen von Hildburghausen, theils und haupt­sächlich für den kaiserlichen Hof eine Reihe italienischer Opern, welche sich in Form und Behandlung von dem damals üblichen Stil nicht wesentlich ent­fernten. Es war jene Zeit, wo nicht allein die hergebrachten Formen immer mehr zu einer rein convcntionellen Formel wurden, sondern die Herrschaft der Gesangskunst alle Einfachheit, Natürlichkeit und Wahrheit des Ausdrucks den Launen der Virtuosität aufopfern ließ. Die Wahrnehmung des Verfalls der Opernmusik, über welchen Metastasio selbst bitter klagte, rief in Gluck den Entschluß hervor, dieselbe auf ihre wahren Grundsätze zurückzuführen. Er war ein Mann von ernstem Nachdenken und von starkem Willen; die Regungen in der deutschen Literatur, der Poesie Würde und Bedeutung zu geben, blieben von ihm nicht unbeachtet er war bekanntlich ein Verehrer Klopstocks, dessen Oden er componirte, und namentlich sind die Bestrebungen, durch welche man in Wien mit so viel Eifer die deutsche Bühne zu heben suchte, gewiß nicht ohne Einfluß auf ihn geblieben, wie denn auch feine ersten praktischen Versuche in der neuen Richtung von den Vertretern der Reformation des Schauspiels, wie von Sonnenfelö, mit dem lautesten Beifall begrüßt wurden. Gluck hat seine Grundsätze der dramatischen Compvsttion in dem bekannten Dedicationsschreiben vor der Alceste ausgesprochen. Er erklärte, den Miß-