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angekämpft, unterlag seiner überströmende» Freude und sank leblos im Sande um, mit dem Ausruf: Oluf!
Seit jener Zeit heißt der Hügel die Olufsdüne.
Wenn man der Sage glauben darf, wurde der afrikanische General später Strandvogt auf Amram, und alte Leute wollen noch das Grab auf dem Friedhofe zu Neble gesehen haben, wo Oluf und sein Vater, im Leben getrennt, im Tode vereint ruhen. —
Wie manche kopenhagener Dame mag sich hierbei ohne Ursache gerührt zu sein in der Lage gesehen haben!
Ein ähnliches Schicksal wie Hark Olufs hatte später Tam Tammen von Sylt. Auch er wurde nach Algier in die Sklaverei geführt, geriet!) unter einen Manrenstamm in der Wüste Sahara, trat (was jener nicht gethan) zum Islam über, zeichnete sich im Kriege durch Klugheit und Tapferkeit- aus, wurde Anführer des Stammes und zuletzt sogar Statthalter einer großen Provinz von Marokko. Als solchen traf ihn einst ein Landsmann in Aleran- drien. Auch Jans Bathen von Sylt wurde als Sklave nach Afrika verkaust und gelangte dort später zu Ehre und Reichthum. Einst saß ein junger Friese betrübt auf dem Markte von Algier, um verkaust zu werden. Da klopft ihm ein großer bärtiger Türke auf die Schulter und redet ihn in friesischer Sprache an. Es war Jans Bathen, der den erstaunten Matrosen sogleich freimachte.
Denkwürdigkeiten zur Geschichte der neuern deutschen
Literatur.
Jean Paul Friedrich Richter. Ein biographischer Kommentar zu dessen Werken von R. O. Spazier. Fünf Bände. Leipzig, O. Wigand. 1833.—
Man muß bei diesem Werk einige starke Wunderlichkeiten übersehen, z. B. den Charakter, den sich der Verfasser aus dem Titel gibt, die Zueignnng an Borne, die unaufhörliche sehr feindselige Polemik gegen Goethe und Schiller und Aehnlicheö; aber der Kern des Buchs ist gut, und nicht blos zum Verständniß Jean Pauls, sondern zur Einsicht in den Charakter der deutschen Literatur überhaupt, wie er sich in deu Jahren 179i—I80S entwickelte, ist es ein ganz unentbehrliches Hilfsmittel. Trotz aller Pietät des Herausgebers' gegen seineu Onkel wird doch die falsche Methode in dem Schaffen dieses Dichters mit einer Gewissenhaftigkeit und Schärfe analysirt, die man mitunter geistreich nennen kann. Wer Jean Pauls Werke gründlich studirt, wird sich von dieser Methode einen ungefähren Begriff bilden können, denn der Dichter macht aus derselben kein Hehl. Wie er selbst Liebes- und Freund- Grenzbolen. III. iLt>V. gj,