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Japan und seine Bewohner.
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Japan und seine Bewohner.

Reise um die Erde nach Japan an Bord der Expeditions-Escadre unter Commo- dore M. C. Perry in den Jahren -1853, ->83j> und 1835 unternommen im Austrage der Regierung der Vereinigten Staaten. Deutsche Original­ausgabe von Wilhelm Heine. 2 Bd. Mit 5 vom Versasser nach der Natur ausgenommenen Ansichten in Tondruck, ausgeführt in Holzschnitt von Eduard Kretzschinar. Leipzig, Costenoble, *)

Bei der Betrachtung des weiten Wasserbeckens des stillen Oceans ist der große Unterschied zwischen der südlichen und nördlichen Hälfte in die Augen springend. Während hier zwei große Continente, deren einer in einer dünnen Spitze en­det, während der andere sich in mehre Inseln zertheilt, und die beide Con­tinente trennende See mit Inseln gleichwie mit Perlen übersäet ist, dasselbe begrenzen, bildet der nördliche Theil eine ungeheure, beinahe ununterbrochene Wasserfläche, östlich von Kalifornien und Orcgon, westlich vom chinesischen Reiche begrenzt. Diese beiden Continente bilden einen ebenso schlagenden Con­trast in Bezug auf ihre Bevölkerung, als auf die Verlheilung von Wasser und Land in den beiden Hälften des Oceans. Während auf der östlichen Seite eine noch dünne Bevölkerung das erst in jüngster Neuzeit zur Bedeutung gelangte Land bewohnt, ist die Küste von Asien bedeckt mit zahllosen Städten, deren Geschichte sich im Dunkel der Vorzeit verliert. Die Verbindung beider Festländer wird hier durch eine fortlaufende Kette von Inseln hergestellt, deren größte und bedeutendste, Niphon, in geographischer Lage sowol, als ihrem Flächeninhalte nach, auf der östlichen Haldkugel eine ähnliche Stellung ein­nimmt, wie die britischen Inseln auf der östlichen. Von einer regsamen, in­telligenten Bevölkerung bewohnt, würde diese Insel unfehlbar eine ebenso do- minirende Stellung im stillen Ocean einnehmen, als Britannien in der Atlantis, wäre sie nicht durch ein cvnscquent durchgeführtes Absperrungssystem beinahe außer alle Berührung mit dem Nest der Welt gekommen. Schon während der Kindheit geographischer Wissenschaft zog dieses ferne Eiland die Aufmerksamkeit großer Geister auf sich. Wir finden die ersten, obschon mangelhaften Andeu­tungen des Kaiserreiches Cipango in Marco Polos Reiseberichten, die leider nur fragmentarisch bis ans unsere Zeiten gelangt sind, und Colnmbus, den westlichen Seeweg nach Indien suchend, glaubte es erreicht zu haben, als er berichtete, daß in einer Entfernung von 730 Leguas, westlich von den canari- schen Inseln, das erste Land Cipango sei, von den Eingeborenen Colbu iCubcy

') Ueber den ersten Band dieses höchst interessanten Werks haben wir schon berichtet. In­dem wir uns über den soeben erschienenen zweiten Theil einen weitereu Bericht vorbehalte», theilen wir heute aus demselben einen Auszug aus dem historisch-geographischen Bericht über dies merkwürdige Reich mit.