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Die letzte englische Parlmueutssesswü.
„Reich an Reden, aber arm an Maßregeln," charakterisirt das Hauptorgan der englischen Presse die am 30. Januar eröffnete und am 29. Juli geschlossene diesjährige Parlamentssession, und in der That ist seit langer Zeit kein Parlament vertagt worden, das so viel Zeit auf noch dazu erfolglose Parteidebatten verwendet und seiner Bestimmung, die gesetzgebende Behörde der Nation zu sein, nachzukommen versucht, aber nur m wenigen Fällen entsprochen hat. Der Hauptgrund dieser ungewöhnlichen Erscheinung war, daß in,der ersten Hälfte die öffentliche Meinung ganz und gar von der Frage der Fortsetzung oder des Abschlusses des Krieges mit Rußland erfüllt war, und daß nach der Schlichtung dieser Frage die Verwicklungen mit den Vereinigten Staaten von Nordamerika eine so drohende Gestalt annahmen, daß es eine Zeitlang den Anschein hatte, als ob, wie die von den Siegen in Eu
ropa heimkehrenden Truppen sofort wieder Verwendung in der andern Hemisphäre finden sollten. Dieselbe drohende Gestaltung der auswärtigen Verhältnisse nahm auch dem Parteikampf viel von seiner Lebendigkeit, denn selbst der rücksichtsloseste Partisan der Opposition trug Bedenken, so eifrig nach dem Siege zu streben, daß ihm mit diesem die Rolle zufiel, mit eigner Hand das Staatsschiff durch die Klippen zu steuern, auf deren Gefährlichkeit er schadenfroh hingewiesen hatte. So kam es denn, das Lord Palmcrston in allen Fragen der auswärtigen Politik, trotz der bittern Kritiken, mit denen seine Maßregeln angefochten wurden, glänzende Siege erfocht, während die Opposition in innern Fragen ihm oft empfindliche Niederlagen beibrachte, als wollte sie sich dafür rächen, da sie in Sachen der äußern Politik so machtlos war. Sie war aber eben nur im Verneinen mächtig, da keine ihrer Fraktionen groß genug war, um selbst eine Majorität zu bilden und diese nichts Gemeinsames hatte, als ven Wunsch, eine Auflösung des Parlaments zu vermeiden, die gewiß ersolgt wäre und die sicherlich zwei Drittel der Mitglieder dem Privatleben zurückgegeben hätte.
Doch bestimmten auch bessere Beweggründe ihre Handlungsweise. Auch die Opposition fühlte sich von der Pflicht durchdrungen, rie Stellung des Ministeriums und dadurch den- Einfluß Englands während der Friedensverhandlungen in Paris nicht durch vorzeitige Angriffe zu schwächen, und es kam daher während der ganzen Dauer derselben nur zu Plänkeleien. Auch dadurch waren der Opposition die Hände gebunden, daß ibre hauptsächlichsten Führer früher den allzugroßen Kriegseifer Lord Palmerstons getadelt hatten, und jetzt unmöglich über eine zu große Bereitwilligkeit auf Rußlands Anerbielungen einzugehen klagen konnten, da diese Anerbictungen viel mehr enthielten, als sie