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Philosophische Studien.
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Philosophische Studien.

Geschichte der Logik im Abendlaude. Von IN-. Carl Prautl, Pros, an der Univ. n. Mitglied der Akad. zu München. Erster.Band. S. Hirzcl.

Der Organismus der Wissenschaft und die Philosophie der Ge­schichte. Von Adolph Helfserich. Leipzig, Brockhaus.

Anthropologie. Die Lehre von der menschlichen Seele. Neubcgründct .auf naturwissenschaftlichem Wege für Naturforscher, Scclenärzte und wissen­schaftlich Gebildete überhaupt. Von Jmmanucl Hermann Fichte. Leipzig, Brockhaus.

Die Psychologie, als Einleitung in die Jndividualitätsphilosophie von Ferdinand Röse, vr. pkil. und vormals Privatdocent an der Univ. Tübingen. Göttingcn, Georg H. Wigand.

Wenn sich bei der neuern deutschen Dichtung unabweislich das Gefühl herausstellt, daß die alte schöpferische Kraft, die in den Zeiten Goethes und Schillers so herrliche Blüten trieb, nicht mehr in der gleichen Stärke vorhan­den ist, so empfinden wir diese Abschwächung bei der Philosophie in noch viel höherem Grade. Beide Erscheinungen haben so ziemlich denselben Grund. Das Lebensprincip jener Zeit war das Streben, die Persönlichkeit nach allen Seiten hin gleichmäßig auszubilden, um ihr dadurch eine harmonische Abrun- dung zu geben und sie zu einem umfassenden Lebensgenuß des Universums zu besähigen. Die augenblickliche Erfüllung dieses Strebens gibt die Kunst, unter den Wissenschaften aber am meisten diejenige, die das Studium des Details verschmäht und sich nur bemüht, das Nervengeflecht der Ideen blos­zulegen, um ein Totalbild der Natur und des Geistes in großen und kühnen Zügen und Perspektiven möglich zu machen. Das Centrum der deutschen Spekulation war, eine harmonische Weltanschauung zu gewinnen, als Spiegel­bild einer harmonisch vollendeten Persönlichkeit. Man wird uns nicht miß­verstehen, wenn wir in diesem Streben etwas Dilettantisches finden. Den Begriff des Dilettantismus hat Goethe mit so vollkommener Schärfe und Klarheit auseinandergesetzt, daß man nur wenig hinzufügen kann. Er hat mit gleicher Bestimmtheit die Vorzüge und Nachtheile dieses universellen Bil­dungstriebs entwickelt, und wenn er, der noch innerhalb des Gedankenkreises

Grenjbvten. III. 18ö6.