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Die nordameriklmische Presse.
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1833. — Nsnwii's ol l. K. vennol. i>ml >>>» Umex. ^e^v-Vorli, 1833. —
Nach amtlichen Berichten erschienen im Jahr 1830 in den Vereinigten Staaten bei einer Bevölkerung von 23 Millionen Menschen, von welcher noch über drei Millionen Sklaven abgerechnet sind, für welche die Presse nicht eristnt, 2326 periodische Zeitschriften, welche jährlich 426,409,974 Exemplare abzogen, während in England bei einer bei weitem zahlreichern, gebildete«! Und reichern Bevölkerung in demselben Jahre nur 624 periodische Blätter erschienen. Unter den nordamerikanischen Journalen erscheinen nur 234 täglich, 113 dreimal, 41 zweimal und 1902 einmal wöchentlich. Die meisten Journale sind also Wochenblätter: sie sind für die große Menge berechnet, die entweder wöchentlich nur einmal liest oder zur Lectüre einer einzigen Zeitungs- nummer eine ganze Woche braucht.
Dieser Umstand gibt den meisten amerikanischen Blättern einen eigenthümlichen Charakter/ Sie geben nur eine Uebersicht der politischen Ereignisse der Woche, und sind in ihren Urlheilen ruhiger und gemäßigter, als die täglich erscheinenden Zeitungen. Aber die Politik genügt ihnen nicht. Der Nordamerikaner besitzt einen noch größcrn Wissensdrang, als der ihm stammverwandte Engländer, der nicht selten vier Stunden täglich der Lectüre seiner Times widmet. Die amerikanischen Wochenblätter unterhalten daher ihre Leser von allem, was in der Welt vorgeht: vom Nordpoleise und Sir John Franklin, von Herschel und den Himmelskörpern, vom Doctor Gall und der Beschaffenheit des menschlichen Schädels, von Rom und den Ceremonien der Charwoche: sie stnd wesentlich „Miscellaneous". Als Montesquieu England besuchte, fand er einen Dachdecker, der auf dem Dach, welches er ausbesserte, die Zeitung las. In Amerika läßt der Kellner die Gäste, der Fleischer seine Kunden warten, bis er die Zeitung gelesen: selbst die Zeitungsverkäufer auf den Straßen Ncuyorks und Bostons verkaufen ihre Blätter nicht eher, als bis sie dieselben gelesen haben. In dem Leben Grccleys wird erzählt, daß einem Fruchthändler, der zugleich Zeitungen verkaufte, für eine einzige Nummer vergeblich 12 Cents geboten wurden. Es war die einzige Nummer, die der Mann noch besaß, und er wollte sie erst lesen, bevor er sie verkaufte. Dieser Wissensdrang verläßt den Amerikaner nirgends. Ueberall, wo Amerikaner sich niederlassen, entsteht sofort eine Zeitung, eine Kirche, und in der Regel auch eine Freimaurerloge. Sechs Monate nach den Goldentdeckungen in Kalifornien zählte ^eser Staat, in welchem kaum für Wohnungen und erste Lebensbedürfnisse gesagt war, bereits sechs bedeutende Zeitungen, die in San Francisco, in