Beitrag 
Leipziger Skizzen.
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That angehört, zu befriedigen; und das ist ein Verhältniß, welches beiden Theilen zu Gute kommt. Noch müssen wir eines Instituts gedenken, welches auf die Literatur Bezug hat, des Schillervcreins. Derselbe ist vorzugsweise auf den Mittelstand begründet, oder bestimmter ausgedrückt, auf diejenigen Kreise, die außerhalb des Gewandhauses stehen, und er hatte in frühern Jahren eine mehr oder minder ausgesprochene politische Tendenz; man feierte in Schiller den Sänger der Freiheit. Es konnten dabei manche Uebelstände nicht ausbleiben, und doch ist der Geist, der sich im Ganzen in dem Institut ausprägt, ein achtungswerthcr; es ist doch eine Art von idealem Interesse, welches man grade in einer Stadt wie Leipzig sorgfältig pflegen sollte. Durch eine allgemeinere und active Betheiligung der gebildeten Classen würden die allenfalls noch vorhandenen Einseitigkeiten leicht zu entfernen sein. Es läßt sich dem Schillerverein, wie den meisten Bereinen ähnlicher Art im Ganzen anmerken, daß der Leipziger kein schnelles, elastisches Organisationstalent be­sitzt. Wo sich einmal eine, wenn auch nur kleine Gesellschaft gebildet hat, welche die Leitung einer Association in die Hände nimmt, dauert die Herrschast derselben über Generationen hindurch fort, auch wenn die Mitglieder derselben weder zur Idee, noch zum Bestand der Association irgend ein Verhältniß mehr haben. Das gilt von allen Gesellschaften, in denen der Erwerb nicht die Hauptrolle spielt; und das möchte die schwache Seite des konservativen Princips der Leipziger sein.

Ein neues Werk über Heine.

Heinrich Heine. Erinnerungen von Alfred Meißner. Hainburg, Hoffmann und Campe.

Der Verfasser bringt in dieser Schrift dem verstorbenen Dichter den Zoll sei­ner Pietät. Sie ist nicht nur subjectiv vollkommen gerechtfertigt, sondern auch der Sache wegen anzuerkennen, denn so gerechten Grund das deutsche Publi- cum hat, über vieles, was Heine geschaffen, erzürnt zu sein, so darf eS dar­über doch nicht vergessen, daß innerhalb der deutschen Poesie seit Anfang der A0er Jahre HeineS Gedichte unzweifelhaft den ersten Nang einnehmen. Wenn Alfred Meißner in der Trauer um den Tod seines Freundes in seiner Apotheose zu weit geht und alles zu rechtfertigen unternimmt, was der Dich­ter gethan, so würde das bei einer apologetischen Schrift nicht so viel schaden, wenn eS nicht gar zn sehr die Opposition des gesunden Menschenverstandes hervorriefe. Meißner hat sich noch immer nicht ganz von den Vorurtheilen der lyrischen Dichter losgemacht, die der Ueberzeugung leben, alles, was sich