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historische Stil hervorgeht. Wir werden gar nicht daran erinnert, daß wir ein Kunstwerk vor uns haben, wir können uns unbefangen in die Sache vertiefen, und diese Sache verdient unser ernsthaftestes Studium schon um des richtigen Verständnisses unserer eignen Zustände willen, denn wenn man früher in der allen Welt die Muster suchte, wie man sich die Gegenwart vorstellen müsse, so ist die neue Welt, in welcher wir primitive Zustände im Zusammenhang mit der raffinirtesten Bildung sich entwickeln sehen, am geeignetsten, an dem fremden Stoff unsern Blick sür die eignen Zustände zu schärfen. — Wir begnügen uns hier mit diesen Andeutungen und behalten uns vor, den Stoss selbst nach der Anleitung der drei Schriftsteller im Zusammenhang darzustellen.
Deutsche Geschichte.
Deutsche Geschichte vom Tode Friedrichs des Großen bis zur Gründung des deutschen Bundes. Von Ludwig Häusser. Dritter Theil. Bis zu Napoleons Flucht aus Nußland (1811). Berlin, Wcid- mannsche Buchhandlung. —
Mit einer Arbeitskraft, die alle Vorstellungen übersteigt, strebt Herr Häusser der Vollendung seines Werkes zu. Noch sind kaum zwei Jahre seit dem Erscheinen des ersten Bandes verflossen und schon haben wir drei starke Bände, welche die wichtigste Zeit der deutschen Entwicklung umfassen, und die Vollendung des Ganzen mit dem vierten Bande ist noch für den Herbst dieses Jahres in Aussicht gestellt. Der Erfolg des Buchs wird durch diese schnelle Arbeit unstreitig gefördert, während die innere künstlerische Vollendung wahrscheinlich bei einer langsameren, sorgfältigeren Durcharbeitung gewonnen haben würde. Indeß wollen wir mit dem Verfasser darüber nicht rechten, daß wir manches besser wünschten, da das, was er wirklich gibt, durchaus gut zu nennen ist.
Bei der wehvollcn Zeit der Jahre 1806 bis 1812 kam es zunächst darauf an, den ernsten Charakter der Begebenheiten durch einen ernsten, charakterfesten Aon angemessen wiederzugeben. Dies ist dem Verfasser vollkommen gelungen- Man steht, wie er mit seiner tapfern Gesinnung in jenen schweren Kämpfe» wie in der Gegenwart lebt, wie seine klare Einsicht in den Zusammenhang der Begebenheiten durch einen unsträflichen Charakter getragen wird. Er' läßt sich niemals durch den Schein der Größe verblenden, den Maßstab des sittlichen Urtheils aus den Augen zu lassen; er gibt sich aber auch nicht zum Apologeten des bloßen guten Willens her, wo sich dieser mit Schwäche verbunden zeigt; er strebt nicht nach kalter Objectivität, er läßt sein warmes Gefühl überall durchblicken, aber er vermeidet wenigstens im Ganzen die blos rhetori-