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Die gegenwärtige Lage der amerikanischen Politik.
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urtheilen, hat es den Anschein, als ob beide der streitenden Parteien im Volke sich gleich ständen und die nächste Präsidentenwahl daher nicht durch dieses vollzogen werden, sondern dem Repräsentantenhaus zufallen würde, wo In­triguen und irgend eine das Gleichgewicht anstrebende Fraction den Ausschlag geben wird.

Neue Romane. -

Ernst Wagners sämmtliche Werke. Dritte Auflage in sechs Bän­den. (Leipzig, Ernst Fleischer.) Friedrich Heinrich Jacobis aus­gewählte Werke. Neue Ausgabe in drei Bänden. (Leipzig, Ernst Fleischer.) Die vorliegende Ausgabe enthält die Schriften von Ernst Wagner ganz, nebst der Biographie von Mosengeil und der Correspondenz; von Jacobi da­gegen nur Woldemar, Allwill und eine kleine Auswahl aus den Briefen. Ueber die Bedeutung dieser beiden Schriftsteller in der Geschichte des Romans haben wir uns an einem andern Ort ausführlich ausgesprochen. Beide ge­hören in das Zeitalter der gesteigerten Gefühlsschwelgerei, wo man mit einer ängstlichen Aufmerksamkeit alle Regungen der Seele überwachte, so unbedeutend sie sein mochten und sich nicht selten veranlaßt sah, um der Darstellung willen die wunderlichsten Empfindungen von der Welt künstlich hervorzurufen. Dazu kommt noch bei Wagner eine fieberhaft gesteigerte Sinnlichkeit, die zuweilen zu recht unschönen AuSbrüchen führt. Keiner von ihren Romanen kann Anspruch auf die Bezeichnung eines classische» Werks machen; dagegen werden sie doch die meisten unsrer Tagesproducte überleben. Der Grund lagt nicht blos darin, daß Jacobi ein geistvoller Mann war, der uns alle Augenblicke durch tief eingehende Bemerkungen überrascht und daß Wagner ein großes malerisches Talent besaß, sondern hauptsächlich darin, daß sie aus innerm Dränge, in dem Bewußtsein zwingender Nothwendigkeit schrieben, während heutzutage der Entschluß zu schreiben sehr häufig dem Bewußtsein über das, was man schrei­ben will, vorausgeht. Jacobis und Wagners Werke sind Naturprodukte und ebendeshalb von Wichtigkeit für die Literaturgeschichte. Es war Wagner ein ebenso heiliger Ernst mit der Errichtung einer allgemeinen deutschen Kunst­anstalt und mit der Einführung der Obstbaumzucht zur Veredlung der Volkö- cultur, als es Jacobi Ernst war mit seiner Entwicklung der Gefühlspflicht. Beide gehören einer unreifen Phase der Empfindung an, aber als solche sind sie zugleich Zeugen eines historischen Processes, Wagner, der leidenschaftliche Verehrer Fichtes, nicht minder, als Jacobi, der Feind aller kritischen Philo­sophie. An Erfindung und Schärfe der Beobachtung stehen sie ihrem Zeit­genossen Jean Paul bei weitem nach; an künstlerischem Gefühl dagegen über-