3l!>
Coiifercnzen nicht werde eingeladen werden, dürfte es den Zutritt in einer andern Eigenschaft nicht einmal wünschen. Es blieb ihm-nichts übrig, als gegen die Ausstreichung des preußischen Namens aus der Liste der Großmächte zu protestircn und demgemäß eine Stelluug einzunehmen, welche Europa die Ueberzeugung gab, daß ohne Preußens Theilnahme keine dauernde Erledigung der orientalischen Frage zu Stande kommen werde.
Wer den Gang der preußischen Politik seit dem Frühjahr 18üi aufmerksam verfolgt hat, kann sich nicht wundern, daß jetzt das Resultat hervortritt, daß man Preußen nicht mehr den vier europäischen Großmächten, sondern den vier deutschen königlichen Mittelstaaten zuzählt, aber jeder, welcher Preußens Bedeutung für Deutschland zu würdigen weiß, wird es beklagen, daß mit Preußen jetzt Deutschland einer gänzlichen Einflußloslgkeit entgegengeht.
Korrespondenzen.
Alls Frankfurt, im Februar. In dem neuesten (dem siebenten) Hest des ,,Archivs für Frankfurts Geschichte und Kunst" erzählt der berühmte nnd nm seine Vaterstadt sehr> verdiente Reisende Nr. Ed. Nuppel! in einem Aufsatz: „Schaumünzen zum Angedenken von Bewohnern Frankfurts oder in dieser Stadt gcbor- nen Personen" u. a.: „Merkwürdigerweise sei ans keiner einzigen der acht zur Erinnerung an Goethe, diesen berühmtesten aller Frankfurter, in Frankfurt geprägten Schaumünzen angegeben, daß Frankfurt das Recht habe, als Goethes Geburtsort genannt zu w/rdcn. Als Goethe im Jahre aus sehr triftigen
Beweggründen den ihm durch die Geburt gehörenden Platz im frankfurter Bürger- vcrband ausgegeben, was bei sehr vielen Bewohnern der Stadt böses Blut gegen ihn erregt habe, so sei dies während einer Reihe von Jahren eine Hauptvcran- lassung gewesen, daß mancher seiner ehemaligen Mitbürger ihn sehr einseitig beurtheilt, nnd es habe einer ziemlich langen Zeit bedurft, bis eine monumentale Huldigung , welche herkömmlicherweise die Geburtsstadt großer Männer diesen nach ihrem Ableben widme, verwirklicht worden." Nüppell erzählt dann, ans welchen „sehr, triftigen materiellen Rücksichten" Goethe aus den 'Rath seines Vetters, des verstorbenen Rathes Johann Friedrich Schlosser aus 'dem frankfurter Bürgerbandc ausgetreten und daß dies «keineswegs aus Verachtung gegen die Stadt seiner Geburt" geschehen sei. „Ein tief wurzelndes Gefühl von Mißliebigkcit gegen den die Ehre, frankfurter Bürger zu sein, angeblich so geringschätzenden Dichter sei seitdem bei einer großen Zahl seiner Laudslcute zurückgeblieben, welchen der wahre Sachverhalt unbekannt geblieben. Als daher einige Jahre später mehre Frankfurter sich zu einem Comite vereinigt, um durch ein zu errichtendes öffentliches Denkmal knnd zu thun, die Vaterstadt rechne es sich zur Ehre, daß innerhalb ihrer Mauern der größte lebende Schriftsteller das Licht der Welt erblickt habe, seien die dafür unterzeichneten Beiträge äußerst kärglich ausgefallen, so daß man beschlossen, einen Ausruf zu Geldspenden nicht allein an alle Deutsche, sondern a» das ganze gebildete Europa zu erlassen. Massenweise seien Subscriptionslisten ausgetheilt, die man sogar in Wein-