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Kunstgeschichte.
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Die Geschichte der griechischen Künstler von Brunn ist, wie wir schon bei der ersten Lieferung anzeigten, nicht ausschließlich, aber vorzugsweise für die gelehrte Welt bestimmt. Der Verfasser hat sich die Ausgabe gestellt, zu einer spätern Geschichte der griechischen Kunst, für welche die Acten noch nicht ge­schlossen sind, dadurch den Grund zu legen, daß er alle Nachrichten, die wir über die Künstler haben, kritisch gesichtet und chronologisch geordnet zusammen­stellt. Wer auch nur eine entfernte Vorstellung davon hat, wie lückenhaft und verworren unsre Kenntnisse in dieser Beziehung sind, der wird die ernsten und besonnenen Studien des Verfassers nur mit freudigem Dank aufnehmen können. Aeußere Umstände haben das Erscheinen dieses zweiten Bandes so lange ver­zögert; wir wünschen lebhaft, daß dieselben beseitigt und dadurch die baldige Vollendung des Werks möglich gemacht werde. Die Abtheilung, die uns vor­liegt, enthält die Maler, die Architekten, die Torcuten und die Münzstcmpel- schneider. Es fehlen noch die Steinschneider und die Vasenmaler.

Einen ganz andern Charakter hat der Torso von Stahr. Durch den blühen, den, zum Theil poetischen Stil, den wir schon in der Reise nach Italien an­treffen, durch die leicht übersichtliche Darstellung, die Ercurse nach allen Seiten hin, vielleicht auch grade durch die Subjektivität deö Urtheils ist es Herrn Stahr gelungen, den größern Theil des sogenannten gebildeten Publicums auf seine Seite zu bringen. Der Torso ist eins der gelesensten wissenschaftlichen Bücher unsrer Tage. Wäre es nun damit abgethan, das Publicum auf eine geist­volle Weise zur Anschauung und zum Verständniß der Kunst anzuregen, so würden wir mit diesem Erfolg wol zufrieden sein; allein die Wissenschaft ist heute weiter gekommen, sie hat ein sehr reiches, zum Theil schon kritisch be­arbeitetes Material aufgespeichert und wer heute über die alte Kunst schreiben will, darf sich nicht mehr den Eingebungen seines Jnstincts überlassen, sondern er muß durch strenge methodische Studien dies gesammte Material über­wältigen. Da die Grundlage philologischer Bildung bei dem Verfasser so tüch­tig ist, so ließ sich grade von ihm wol noch Höheres erwarten, als er gebracht hat, ein Werk, welches sowol dem gebildeten Publicum, als dem Kunsthistoriker imponirt.

Bilder aus der deutschen Vergangenheit.

Ein preußischer Deserteur.

Es ist der Gegenwart geläufig, unter den Rohhciten des vorigen Jahr­hunderts auch das Werbesystem der Recruten aufzuzählen, und es gibt eine Menge Anekdoten über die Willkür und Härte, mit welcher die jungen Männer Grenzboten. I. 18Ü«, 13