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Welle zu Welle nothwendig für die Grundempfindung des episch fortrollenden Ganzen.
Im Spanischen konnten die Uebersetzer sich eher deS Reims cntschlagen, da die Assonanz eine so starke Rolle neben dem wirklichen Reim spielt. Wie herrlich gelang es Herder die würdevolle Grandezza , die fast sophistische Feinheit des spanischen Stils bei uns einzubürgern! Die Sprache verhält sich (so weit ich es beurtheilen kann), dem Uebersetzer gegenüber, ungefähr wie das Italienische, denn auch sie feuert ihn nicht minder zur Anstrebung lautlicher Schönheit, zu Feuer und Schwung im trochäischen Fluß der Rede an, ja sie hat noch mehr consonantische Zartheit und bei mehr stumpfen Ausgängen und reichlichern Zischlauten mehr Muskelkraft als das Italienische, das doch mehr dem Dionysos als dein Apollo gleicht. Ungemein schön und treu.ist dieser Grundzug der Sprache sowol in Herders Eid, als in Geibels und Paul Hevses Liederchen bewahrt.
Herder hat eine große Menge neuer Züge in sein Lied eingewoben; er hat vieles ganz umgeschaffen, z. B. das schöne „Rückwärts, rückwärts, Don Rodrigo!" .(Vergl. Komuncei'u <ZeI eiä publ. par ^. Keller p. 91 t?.) Dennoch hat Herder von dem Stil und Ton der spanischen Ritterromanze ein so tiefes Bewußtsein gehabt, daß seine Nachbildung auch sehr treu, sehr spanisch ist.
Schleswig-Holsteinische Briefe.
Fünfter Brief.
Schleswig, den 16. Juni.
Die heut zu Ende gehende Woche wurde auf Streifzüge durch die südwestlichen Kirchspiele Angelns verwendet, von denen ich ziemlich jedes Dorf besucht und von wo ich eine solche Masse von wohlbegründeten Klagen heimgebracht habe, daß es mir schwer fallen wird, auch nur die hauptsächlichsten >n einen Brief zusammenzudrängen. Gern schickte ich meinem Berichte darüber als Einleitung eine Charakteristik Angelns und der Angeln voraus. Allein der Raum fehlt für heute, und es findet sich wol später Gelegenheit, über.daö höchst interessante Ländchen und Volk das Nöthige zu sagen.
Mein Man führte mich zunächst dircct nach Norden. Ich ging, immer
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