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Villemain und Napoleon I. : Souvenirs contemporains d`Histoire et de Littérature par Villemain.
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8cmvönir8 ec>nlempor»ins cl'lllsloir's el tl<z I.ilUiia^ure par Villemain.

Auf die unbeschränkte Preß- und Redefreiheit, welche die Februarrevolu­tion Frankreich brachte, ist seit dem Gelangen Ludwig Napoleons zur Herr­schaft ein Zustand gefolgt, in dem kein Wort des directen Tadels gegen die Regierung laut werden darf und nur beifälliges und oft überschwengliches Lob der von der Regierung besoldeten Volksvertreter und der auch ohne Censur unter strenger Zucht gehaltenen Presse zu vernehmen ist. Nur indirect macht sich die Opposition hörbar und sie geht hauptsächlich von den Männern aus, die man die Blüte der Intelligenz Frankreichs nennen kann und die seit der Restauration nicht ohne Ruhm und mit nur zu kurz dauerndem Glück für die Begründung einer gemäßigten politischen Freiheit in ihrem Vaterlande ge­kämpft haben. Sie blicken natürlich mit.Schmerz auf eine Zeit zurück, wo sich im freien, lebendigen Spiel der gegenüberstehenden Kraft der politische Cha­rakter des Einzelnen und der Nation fühlte, und können sich nicht mit einer Zeit aussöhnen, welche gehorsames Schweigen in willenloser Unterwürfigkeit als einzige Mannestugend gelten lassen möchte. Da sie aber die bestehenden Zustände nicht offen kritistren dürfen, so versuchen sie Satiren auf die Gegen­wart, indem sie dieselbe mit Epochen früherer Freiheit vergleichen oder auf die ursprüngliche Begründung der Macht deö gegenwärtigen Inhabers der Ne- gierungsgewalt zurückgehen und aus die Herrschaft deS ersten Napoleons und den wahren Werth der von ihm erworbenen Gloire grelle Streiflichter fallen lassen. Zu dieser Classe von Büchern gehören Villemaws Souvenirs eonternporiuns Ä'Mstoirs et cke I^tterature, deren zweiter und letzter Band im Sommer dieses Jahres erschienen ist. Villemain, unter Ludwig Philipp zweimal Unter­richtsminister, gehörte schon als junger Professor der Beredsamkeit an der Sor­bonne seit 1816, wie seine College« Cousin und Guizot zu denjenigen, welche die französische Jugend für die Formen der Repräsentativregierung begeisterten und die Herstellung einer parlamentarischen Negierung möglich machten und selbst unter Ludwig Philipps eigennütziger Herrschsucht durchzuführen versuchten. Ein Theil seines Buches beschäftigt sich mit den schönen Flitterwochen der coy- stitutionellen Freiheit unter Ludwig XVlII., dem einzigen französischen Fürsten, der in aller Ausrichtigkeit mit der Verfassung regieren wollte; der andre Theil bespricht die glanzvollen Zeiten, wo der erste Napoleon scheinbar auf der Höhe seines Ruhms stand, wo aber schon, obgleich nur sehr wenigen sichtbar, der Wurm an dem Riesengebäude seiner Herrschaft nagte, der sie zum schmählichen Sturze brachte. Die Mittheilungen, die uns Villemain über die Zeit vor dem russischen Feld­zug von 1812 und während desselben macht, sind äußerst werthvoll für eine