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Reichthum in einem Paar hohen Schifferstiefeln und einer Violine besteht, auf welcher sie ihre Nationalmelodien, den Masmek und die Krcikovienne nach Herzenslust abgeigcn können. Der englische Matrose in seiner Theerjacke sieht dagegen gehalten nobler aus. — Sowenig der äußere Eindruck befriedigt, den Graudenz hervorzubringen geeignet ist, sobald söhnt das glücklich gepflegte gesellschaftliche Leben mit der Stadt aus und nur ungern verläßt auch der Fremde den schnell liebgewordenen Ort.
Berühmt geworden ist das -I'/s Meile nahe Dorf Mockerau an der Mündung der Ossa in die Weichsel, an den Bindingsbergen gelegen, die auf verschiedenen Punkten eine überraschende Aussicht bieten. Der alte Fritz weilte hier vorzugsweise gern, wenn er Westpreußen besuchte, was seit 1772 wol elsmal geschah; er blieb in der Regel vier Tage, hielt eine Heerschau über die Truppen in der Provinz und beschäftigte sich eifrigst mit den Angelegenheiten des neuerworbencn Landes. Zu seiner Wohnung ließ er während der Zeit ein leichtes Häuschen aus Fachwerk mit einem Strohdach aufbauen, das jedes Mal zur Zeit der Revue in Stand gesetzt und mit den nöthigen Möbeln versehen wurde, welche die Bewohner der nahen Stadt mit Freuden hergaben. Friedrich Wilhelm ll. hielt diese Heerschau zweimal. Friedrich Wilhelm III. dreimal, stets von der geliebten Königin Louise begleitet. Seit dem Aufhören jener Revuen hat der Ort viel verloren.
Pariser Brief.
Wir haben oft darüber Klage geführt, daß die modernen Dramatiker und Romanschriftsteller ihre Stoffe Kreisen entnehmen, in welche ein anständiger Mensch und vorzüglich ein Frauenzimmer nicht gern tritt. Auch mit unsrer Einbildung möchten wir nicht gern jenen Sphären näher kommen, in denen ein zügelloses, entartetes Geschlecht sein Unwesen treibt. Diese Klagen werden von der Kritik hier auch von Zeit zu Zeit erhoben, ohne daß diese Einsprache sich großen Erfolges zu erfreuen hätte. Immer wieder spielt das Lorettenlebe» die ersten Partien. Die Erscheinung wird zum Symptom einer endemischen Krankheit und man empfindet das Bestreben, ihr aus den Grund zu kommen.
Eine der Ursachen liegt wol darin, daß die französischen Romanschriftsteller wie die Dramatiker auch immer wieder nur das pariser Leben schildern. Im pariser Leben aber berührt das Lorettenthum alle Kreise und es ist kein Wunder, wenn sich der schaffenden Einbildungskraft des Poeten Gestalten aus dieser Welt aufdrängen, wenn er seine Helden in Bewegung setzen will. Man könnte