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Neueste Sammlung ausgewählter griechischer und römischer Classiker.
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ist, daß damit auch einige Versmaße verloren gehen, die im Deutschen recht gut klingen, z. B. der jambische und trochäische Tetrameter. Ein anderer Nebersetzer, Theodor Benfey, (Stuttgart, Metzler) hat den Versuch gemacht, die alten Versmaße beizubehalten. Er hat viel Mühe und Geschick darauf ver­wandt, es ist ihm aber doch nicht gelungen, einen hörbaren Rhythmus hervor­zubringen.

Bei dem Werth der einzelnen Arbeiten kann man darauf rechnen, daß diese Sammlung sich in der Gunst des Publicums erhalten wird. Dichter wie AeschyluS, Theokrit, selbst Terenz in der Ursprache zu lesen, ist nur einem kleinen Theile der Gebildeten vergönnt, und doch bleiben sie die ewigen Muster unsrer eignen Dichtkunst, und man wird an dieser kräftigen, gesunden Kost umsomehr Behagen finden, wenn man von den weichlichen Gaben der neuesten Zeit übersättigt ist.

Korrespondenzen.

Pariser Brief. Die Einnahme von Sebastopol, noch vor kurzem als eine Unmöglichkeit verschrieen, wird min als ungenügend betrachtet. Die Westmächte spielen der Diplomatie gegenüber die undankbare Rolle Jacobs, der um die Hand der schonen Nahel freit. Der Diplomatie kommt wie Laban der Appetit im Essen und kaum von ihren Anstrengungen erholt, sehen wir die Alliirten den Russen neuer­dings auf den Fersen, ohne daß die europäischen Regierungen irgendetwas thun, dem Zaren Halt zuzurufen. Wir beklagen uns nicht über die Langsamkeit der Cabinete, obgleich soviel vergossenes Blut ein Opfer ist, das Nußlands Herrscher der Civilisation nicht mehr auferlegen dürfte. Wir trösten uns mit dem Bewußtsein, daß ein neuer Sieg des Westens, daß die Eroberung der ganzen Krim die Stärke der Alliirten, die einen Feldzug unter so ungünstigen Bedingungen führen, um so leuchtender hervortreten lassen werde und das ist ein ebenso großer Gewinn, als die Demüthigung Nußlands. Wir haben keinen Augenblick die Täuschungen jener Opti­misten getheilt, welche sich einbildeten, die westmächtlichen Regierungen würden diesen Feldzug gleich in der ersten Hand dazu benutzen, den Beschwerden, welche über die Gestaltung der Verhältnisse mit Recht erhoben werden können, vollständig abzuhelfen, aber wir haben auf gewisse Nothwendigkeiten gerechnet, die sich in einer gegebenen Zeit einstellen müssen.

Frankreich, auch despotisch regiert, uud England, wenn noch so particnlaristisch gesinnten Staatsmännern in die Hände gegeben, können nicht aushören, unsre Interessen zu vertreten und diese werden sich geltend machen, früher, als man von gewisser Seite her glauben mag. Der Feldzug, welcher iu diesem Augenblicke in Ausführung sich befindet, hat darum eine besondere Wichtigkeit, weil er den di­plomatischen Konsequenzen der Einnahme von Sebastopol Bahn brechen und der Situation ihre wahre Bedeutung verleihen wird. Der nächste Winter kann also