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mit Hinterlassung von Schulden plötzlich von seinem Dienste entlaufen und vagabondirend im Lande herumgezogen war, ist gegenwärtig — virtutl ooronsi! mit einer der fettesten Stellen im Herzogthume bedacht.
Von dem durch die originelle Grobkörnigkeit seiner Bauern weit und breit berühmten Brekendorf, wo es unter achthundert Einwohnern nur drei oder vier Familiennamen gibt, von einigen andern Kuriositäten der hüttner Berge und von unserer Mondscheinschwelgerei während einer Kahnfahrt auf dem Wittensee, in dessen Nähe wir übernachteten, erzähle ich Ihnen einmal mündlich. Was von Rendsburg zu sagen ist, soll der Anfang meines nächsten Schreibens mittheilen. Für heute muß ich Ihnen Lebewohl sagen; denn schon wieder ist die Datumsangabe der ersten Zeile nur für den ersten Bogen noch richtig. Adieu denn, in einigen Stunden fliege ich nach Schleswig, wo eine reichere Blumenlese bevorsteht.
Ans dem Odemmlde.
Der Odenwald gewährt eine Fülle reicher Naturgenüsse. Enge Thäler, von raschen Bergwassern durchströmt, mit' kleinen, aber originellen Städtchen erfüllt und mit Schlössern und Burgen geschmückt, öffnen sich hier uud dort, und wenn auch den Scenen eigentliche Großartigkeit abgeht, so bieten doch die Gruppirungen von Fels, Wald und Gewässer einen überaus malerischen Anblick. Auch gewährt dieser kleine Gebirgözug ein eigenthümliches Interesse noch durch seine Bewohner. Das Volk hier ist in seinem unverfälschten Wesen eine wahre Fundgrube für Studien. Die Bauern des Oden- waldes gehören in der Abgeschlossenheit ihrer Sitten und Gebräuche und ihrer ganzen Natur nach zum wahren Volke. Auch ihre Sprache, obwol etwas rauh, enthält viel Originelles. Eine der reizendsten Partien dieses kleinen Gebirges bildet daS Mimlingthal, wo in einem mehre Stunden langen und mit dem Sammet des frischesten Wiesenteppichs bekleideten Thale, durch das der Fluß sich schlangelt, fünf Städtchen hintereinander folgen, mit zerstreuten Mühlen, Eisenschmelzen und Hammerwerken abwechselnd und in einem Kranze ftuchtreicher Gärten belegen. Das erste Städtchen, welches ich, von Beerfelden ins Thal hinabstcigenv, begrüßte, war Erbach, früher eine der kleinen Residenzen, von Venen Deutschland wimmelte, Hauptort der 11 Quadratmeilen großen Grafschaft Erbach. Die Grafen von Erbach hatten am Hofe von Kurpfalz einst das Schenkenamt und hießen daher die Schenken von Erbach, und das gräfliche Schloß ist seiner Kunstschätze aus Italien und dem deutschen Mittelalter wegen sehenswerth. Der 80 Fuß hohe Thurm, malerisch mit Epheu