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Schleswig-holsteinische Briefe.
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Nußlands Interesse alljährlich eine unglaubliche Menge Geifer und Galle kosten läßt Sr. Majestät habe geruht, zum Curcttor der Universität den Herrn Oberstlieutenant von Kaufmann, Kammerherrn, Ritter mehrer Orden u. s. w. zu ernennen. Man traute seinen Augen kaum. Allein es war wirk­lich so. Ein Mann des Säbels war zum Musagogen bestimmt. Ist das nicht ein unvergleichlich kühner Griff? Ist das nicht ein Sprung mitten inS heilige Nußland hinein ? Und steht nach solchem Anfang nicht das tragikomische Ende zu hoffen, daß man die Studenten statt in Landsmannschaften der Facultäten in Compagnien theilen, daß man ihnen Uniform, Nummer und dänische Cocarde und, wenn der diensthabende Commandirsergeant (jetzt bis auf weiteres' noch Professor betitelt) sie beim Appell nicht im Auditorium findet, auch den däni­schen Stock geben wird? In der That eine saubere. Zukunft! Aber nicht genug, daß ein dänischer Soldat zum Pfleger der Wissenschaften an einem deutschen Musensitze für passend erachtet worden ist, das Decret gibt ihm zu gleicher Zeit die oberste Leitung der Angelegenheiten Kiels in die Hand, macht ihn mit dem nächsten Federstriche zum Amtmann von drei benachbarten Bezirken, überträgt ihm die Aussicht über verschiedene Güter- und Klösterdistricte und ernenne ihn schließlich zum Eisenbahncommissar. Fürwahr, ein vollkommener Rattenkönig von Vollmachten und Gewalten, der, wollte ich ihn mit allen seinen Haaren uno Härchen aus dem Blatte, wo er zuerst sichtbar wurde, abconterfeien, Ihnen reichlich drei Seiten engen Drucks wegnehmen würde.

Es ist jedoch genug an dem Gesagten und ich meine auch genug für heute Nacht mit dem Schreiben überhaupt. Wenigstens sagen das die herab- gebrannten Wachslichter und die Wanduhr, die auf dem Gange eben zwei schlägt, bestätigt eS. Guten Morgen denn für heute. Bis zum Abgange deS Nachmittagszugs denke ich soll Ihr Neisebeschreiber Ihren Reisenden eingeholt haben, so daß beide miteinander zu weiteren Beobachtungen nach Schleswig abfahren können.

Musikalischer Jahresbericht aus Berlin.

2.

Da seit vorigem Jahre Opernferien bei unsrer Bühne eingeführt sind eine für die Fremden zwar unbequeme, für unsre eignen Verhältnisse aber aus vielen Gründen vortheilhaste Einrichtung, schon darum, weil jede Unterbrechung der gewohnten Thätigkeit neue Frische und Kraft gebiert so läßt sich jetzt der Begriff einer Opernsaison bestimmter als früher festhalten. Im Laufe der-