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Pariser Brief.
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die Gesichter am wenigsten zur Verherrlichung des Festes beigetragen hatten. Freilich thut die Enormität der Decoration dem Erscheinen des Individuums Eintrag und manches Augenpaar wie mancher Brillantschmuck, die anderwärts schimmern würden, verschwinden hier wie Sterne bei Sonnenaufgang. Die rothen Fez, welche zu jeder Zeit gegenwärtig sind, wo es in Paris lustig zu­geht, waren bei der islamitischen Richtung der Tagescultur natürlich auf Schritt und Tritt zu finden und stellten nebst den englischen Midshipmen das Haupt- eontingent zu den Tänzen. Ihre Brüder aus der Wüste stattliche Beduinen gingen gravitätisch in ihre Burnusse gehüllt einher, auf den dunklen, glühen­den Gesichtern (der Burnuß war nicht geeignet^ die Glut zu verringern) Ver- wundrung und Ironie zugleich ausdrückend. Canrobert in Uniform mit großen Reitstiefeln promenirte einsam und wechselte nur hie und da einen flüchtigen Händedruck mit einem Begegnenden. Welch eine Masse von Ausrufungszeichen und Gedankenstrichen zogen hinter jeder dieser bedeutsamen Figuren hin! Der grausame Krieg in der Krim, der ferne barbarische Osten, das schwarze Kaiser- thum Haiti, alles durcheinanderwirbelnd in dieser bunten üppigen Umgebung, dem Meisterwerke der modernsten Verfeinerung und auch wieder diesem Hotel de Ville, dem Schauplatz so großer Ereignisse. Als ich heraustrat, waren die bunten Lichtpyramiden auf dem Platze halb erloschen und von dem alten Thurm St. Jaques rief es mit Ironie herab: Ici 1'vn clanse!

Korrespondenzen.

Aus Konstantinopel, -13. August. Ich habe in meinen seitherigen Berichten an Ihre geehrten Blätter nur ungern die politischen Verhältnisse unter den vier, den Krieg gegen Rußland gemeinsam führenden verbündeten Mächten berührt, weil dies ein Feld ist, welches man gemeiniglich nur von bevorzugtem Standpunkte aus klar zu überschauen vermag, und dagegen die im Publicum rücksichtlich der Verhältnisse innerhalb desselben verbreiteten Nachrichten nicht selten alles Grundes entbehren, oder mindestens doch nur mit übcrlegsamer Kritik aufgenommen werden dürfen.

Die Sage, daß England und Frankreich in Hinsicht auf das, um deswillen man den Krieg gegen Nußland zu führen habe, untereinander durchaus nicht ein­verstanden seien, ist so alt wie das Bündniß selbst, welches sie zur gemeinsamen Action vereinte. In diesem Augenblick hat sie viel an ihrem Credit verloren, nach­dem man aus dem Verhalten beider Mächte gegenüber von Oestreich denn doch ersehen hat, daß eine Auslösung der französisch-englischen Allianz doch wol nicht als nächst drohende Gefahr dastehe. Wie es aber auch in anderen Fällen wol ge­schieht, fiel man aus dem einen Extrem in das andere, und heute findet im große» hiesigen Publicum keine Behauptung mehr Anklang wie die, daß zwischen den Ca-