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Brief von Anna de Lagarde an Adolf Erman
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transkribiert von Aehnlich, Barbara, Dieckmann, Kati, Japaridze, Gela

Göttingen, 9. März 1901.

Lieber bester Herr Professor,

in diesem Augenblick erfahren wir
durch Frau Sethe, welche sorgen= und
kummervolle Zeit sie durchlebt ha-
ben. Wir ahnten nichts davon. Ich
konnte gar nicht schnell genug zum
Schreiben kommen, um Ihnen zu sa-
gen, wie betroffenn wir Schwestern
beide sind, und wie tief betrübt.
Sie selbst krank, Ihre liebe Frau in
der Klinik, und dazu Krankheit
und Tod der Mutter: ich lebe alles
noch nachträglich ganz lebendig mit
Ihnen Allen durch. Gott gebe nur,
daß nun schnelle und gründliche Ge-
nesung eintreten möge: vielleicht
hilft der Frühling mit dazu, auf
den wir doch nun allmählich hoffen