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Brief von Henni von Halle an Adolf Erman
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transkribiert von Aehnlich, Barbara, Günther, Maxine

Landfriedstr. 6, d. 9.6.20.

Sehr verehrter Herr Geheimrath!
Anbei endlich den Rest der
a. R. Zettel. Ich hoffe auf neue Arbeit,
denn wahrscheinlich gehe ich, sobald ich
meine Kinder irgendwie sicher unterge-
bracht sehe, in ein Odenwald-Sanatorium.
Dort sind die Preise noch nicht ganz so ver-
rückt wie im Schw arzwald.
Und ich muß mal ganz "in Ruhestellung".
Mein Herz ist trotz Digitalis-Injection so
miserabel, daß ich mich nur mühsam durch
die Tage hindurch arbeite, meist liege.
Ich wollte so gerne mit einem Mädchen im
Haushalt auskommen, es ist aber zu viel ge-
wesen, zumal Walter noch hier war.
Heut geht er zurück ins College. Hoffentlich