Deutsch-Neu-Guinea.
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einem erheblichen Teile erst im Jahre 1901 ausgeführt worden ist wodurch die Ausfuhr des Jahres 1901 größer erscheinen mußte, als der tatsächlichen Produktion entsprach.
Die Einfuhr aus Deutschland ist von rund 97800-F. auf 137 362,35 -F. gestiegen, wobei die Anteile der Jaluit- Gesellschaft 80 264,6? ^ bezw. 98 943 -K. betragen. Die Ausfuhr nach Deutschland, welche dem Werte nach zurückgegangen ist, hat der Menge nach in ungefähr demselben Verhältnis wie die Einfuhr aus Deutschland zugenommen.
Schiffsverkehr. Aus der von der Jaluit-Gesellschaft unterhaltenen
Postdampfschiffsverbindung sind die Plätze Herbertshöhe
und Matupi ausgeschaltet worden. Statt dessen läuft die „Oceana" auf jeder Hin- und Rückfahrt den Hafen von Saipan an.
Der ebenfalls der Jalnitgesellschaft gehörige Schuner „Neptun" ist zu Fahrten zwischen ihren Südseeniederlassungen und Sän Francisco eingestellt worden.
Der Langarhafen in Ponape, die Lagune von Truk und die Häfen von Kusaie sind von 25 bezw. 14 Schiffen mit einem Ranmgehalt von insgesamt 16 343 Registertonnen angelaufen worden.
Der Unterschied für Ponape (1901: 35 Schiffe mit 9479 R.-T.) beruht darauf, daß neben dem Fortfall der japanischen Schuner die englische Firma den überseeischen Handel inzwischen aufgegeben hat, und daß den Insel- handel, an Stelle eines englischen und amerikanischen, gegenwärtig ein einziges, für den Verkehr hinreichendes deutsches Schiff besorgt.
Post. Der Postverkehr wird in der bisherigen Weise aus-
schließlich durch die Postagentur in Ponape vermittelt. Der Umfang des Verkehrs zeigt eine Zunahme.
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2. Wrstkarottnen (Jap).
a) Allgemeines.
Verwaltung u. Landfrieden. Die Verwaltung mußte sich im Berichtsjahre lediglich auf das Jnselgebiet von Jap beschränken. Es lag dies nicht an mangelnden Passagegelegenheiten, die im Gegenteil im verflossenen Jahre namentlich nach den Palauinseln zahlreicher denn je waren. Vielmehr ließen die vielerlei Geschäfte, mit denen die beiden einzigen Beamten des Bezirks betraut waren, keinen von ihnen auch nur auf Tage abkommen.
Die Ruhe im Bezirke ist nirgends gestört worden.
Das Vertrauen der Jap - Eingeborenen zu der deutschen Verwaltung ist ein unbedingtes geworden. Während noch vor drei Jahren, bei Beginn der deutschen Herrschaft, Frauen und Kinder, sobald sie nur einen Weißen von Ferne erblickten, angstvoll davonliefen und sich in: Busch versteckten und kaum je die Kolonie betraten, kommen jetzt fast wöchentlich ganze Karawanen von Frauen und Kindern aus den entlegensten Teilen der Insel, um ihre in der Polizeitruppe dienenden Angehörigen zu besuchen, sich die Amtsgebände anzusehen und einen Einblick in das häusliche Leben und Treiben der einst so gefürchteten Weißen zu gewinnen. Hierbei kommt wieder der freundliche, überaus zutrauliche Charakter dieses Naturvolkes zu Tage, der unter Haß und Furcht 14 Jahre lang verborgen war.
Das Verhältnis zwischen Verwaltung und Eingeborenen war demgemäß auch im verflossenen Jahre ein ungetrübtes. Das System, den eingeborenen Häuptlingen ein gewisses Maß von Selbständigkeit zu lassen und sie für die Vergehen ihrer Leute mit verantwortlich zu machen, bewährt sich vorzüglich. So war es möglich, im November v. I. die Reste der malaiischen Polizei- truppe bis auf zwei besonders tüchtige Soldaten, die