Jahrgang 
1904: 1902/1903
Entstehung
Seite
95
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De«tsch-Neu-G»inea.

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lyrischer Veachtmittel giftet nur dann Nutzen, wenn eine bleibende Niederlassung des Gouvernements in: Ver­folg des errungenen Vorteils der Einschüchterung die Fehden der Eingeborenen niederhält, deren allmähliche Aussöhnung herbeiführt und die Sicherheit von Person und Eigentum allein schon durch ihr Vorhandensein verbürgt.

Wo es zur Aufrichtung des allgemeinen.Friedens Erfolge der geschaffene und zu einem geordneten Verkehr mit den Eingeborenen Organisation, gekommen ist, kann der Stand der Entwicklung als ein befriedigender bezeichnet werden. Es ist wohl zu er­wägen, daß den Papua die Vorstellung der Unter­ordnung unter eine Gebietsgewalt fehlt. Gleichwohl ist es gelungen, kleine Bezirke auszuschneiden, Häuptlinge au die Spitze dieser Gemeinwesen zu setzen und Leistungen im öffentlichen Interesse zu erzielen, nämlich die Anlegung und Unterhaltung von Straßen. Am schwierigsten er­scheint es, die Häupter zur Hilfeleistung auf,, dem Gebiete der Rechtspflege heranzuziehen- Eigennutz, Übereifer, Un­verstand verursachen immer wieder Störungen.

Eine nennenswerte Verbesserung der Verkehrsver- Verkehrsvcrhäitnisse. hältnisse ist dadurch eingetreten, daß der Norddeutsche Lloyd in die Linie SingaporeHerbertshöheSydney zwei neue Doppelschraubendmnpfer von je 2 100 Pferde­kräften und 3 300 Tonnen Raumgehalt eingestellt hat.

In Verbindung damit ist vorn Lloyd die Herstellung einer Schiffahrtsanlage im Simpsonhafen, etwa 15 kni von Herbertshöhe entfernt, geplant. Die Vorarbeiten sind bereits im Gange- an einer vor jedem Wind und Seegang gesicherten Stelle soll ein Kai gebaut werden, an den: die Dampfer unmittelber anlegen können. In Simpsonhafeu soll künftig der gesamte Schiffsverkehr des Bismarck- Archipels konzentriert werden. Der dann erfolgende Weg­fall anderer Anlegeplätze wird eine erhebliche Verkürzung der Fahrzeit zwischen Singapore und Sydney und damit eine Stärkung der Lloydlinie gegenüber der fremden Konkurrenz bedeuten.

Eine weitere Verbesserung der Verkehrsverhältnisse ist nach Abschluß des Berichtsjahrs durch das Eintreffen des GouvernementsdampfersSeestern" erfolgt.

Die Gazellehalbinsel wurde von Nord- nach Südwest Erforschung, vom Wunakokor ausgehend bis zur Mündung des Törin durchquert. Das Unternehmen hatte bei der Unweg samkeit des gebirgigen Geländes mit den größten Schwie­rigkeiten zu kämpfen. Die Erkundung galt vor allem der Bevölkerungsverteilung. Es wurde festgestellt, daß vom Gebiete der Taulil bis zum Fuße der Bainingbergc Bewohner sich nicht finden, ebenso das Tal des Törin solcher entbehrt, daß ferner die Völker des mittleren und östlichen Baininggebirges anders geartet sind als die im westlichen Gebirgsteil vorhandenen.

Die Gesetzgebung beschränkte sich auf eine Anpassung Gesetzgebung, der bestehenden Vorschriften über die Ausübung einiger Gewerbebetriebe an die mit der fortgeschrittenen Ent­wicklung veränderten Verhältnisse. Die bezügliche Ver­ordnung wurde am 14. März 1903 erlassen.

l. Der OjSmarck-ArchipeL (Herbertshöhe).

a,) Bevölkerung. Weiße Bevölkerung.

Seit der letzten Zählung hat eine Zuwanderung von Z

94 Europäern stattgefunden. Von der Vermehrung ent- fallen für den Dienst des Gouvernements 4 Personen, auf Kaufleute und Händler 29, Pflanzer 14, Hand­werker 1, Missionare 17, verheiratete Frauen 3,

Schwestern 2, gezählt wurden an Kindern 19.