Periodicaltome 
Bd. 1 (1911)
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320 Kumtschou. L^LZLESLEELLLLE^LE-ML^LESL^

und nahm von den beiden die Bucht begrenzenden Halbinseln und von der Bucht nebst den darin und davor lagernden Inseln Besitz. Durch den Ver­trag vom 6. März 1898 zwischen dem Deutschen Reich und China wurde das besetzte Gebiet im Wege gütlicher Vereinbarung an Deutschland abgetreten und am 27. April als deutsches Schutzgebiet erklärt. Gleichzeitig wurde ein Gebiet von 50 Icm Radius um die Bucht als neutrale Einflußzone aner­kannt. Ferner wurde durch weitgehende Konzessionen das Hinterland, die große Provinz Schantung, in erster Linie der deutschen Industrie und dem deutschen Handel freigegeben. Der Bau einer deutsch-chinesischen Eisenbahn­linie von Tsingtau nach Tsinanfu und von diesen beiden Plätzen nach Jtschoufu wurde vorgesehen und die Erschließung der mineralischen Vorkommen auf eine Strecke von 16 üm rechts und links der Bahnen durch deutsches Kapital gesichert.

n. Das Land.

Das deutsche Schutzgebiet bildet geographisch einen Teil der chine­sischen Provinz Schantung, und zwar gehörte es vor der Besitzergreifung zu der Präfektur Laitschoufu mit den engeren Amtsbezirken Kiau- tschou und Tsimo. Der auch jetzt noch ziemlich wohlhabende Platz Kiautschou, welcher der Bucht und damit auch dem daran liegenden Schutz­gebiete den Namen gegeben, war viele Jahrhunderte hindurch vor der Ver­sandung des nördlichen Teiles der Bucht eine blühende Handelstadt mit an­sehnlichem Schiffsverkehr; Tsimo ist trotz seiner hohen, zinnengekrönten Mauern wohl niemals etwas anderes als ein Bauerndorf gewesen.

Das deutsche Schutzgebiet umfaßt die beiden die Bucht bildenden Halb­inseln, von denen die nördliche mit der im Entstehen begriffenen Stadt Tsingtau 462 glcm, die südliche Haihsi genannt, 47 güm Flächeninhalt hat, die Hochwassergrenze um die Bucht, die Inseln in der Bucht Pintau, Huangtau, und die der Bucht vorgelagerten Inseln Tschutschatau, Tai- kungtau, Hsiaukungtau, Futau, Tschalientau, Schnilingschan und einige kleine Felseninseln. Die Inseln haben zusammen einen Flächeninhalt von 44 glcrn, während die Bucht bei Hochwasser eine Wasserfläche von 660 güm aufweist. Der nördlich und östlich der Bucht gelegene Teil des Schutzgebietes ist der wichtigste. Hier ist der Hafen angelegt, die neue Stadt erbaut und hier endigt die Eisenbahn, die den Hafen mit dem Innern der Provinz verbindet.

1. Bodenbeschaffenheit.

Im O st e n dieses Teils des Schutzgebietes erhebt sich der L au- s ch an, ein mächtiges Gebirge mit Höhen über 1000 m, im Norden dieTung- liuschui" genannte Gebirgskette. Beide Gebirge bilden eigentlich ein zusammen­hängendes Ganze, da sie nur durch einen Nebenfluß des Paischaho unvoll­kommen getrennt werden. Das Gebirge besteht ans granitischem und porphy- rischem Gestein und ist wild zerklüftet; namentlich der Tungliuschui zeichnet sich durch unwegsame Steilhänge und zackige Klippen aus. Der Lauschan ist zugänglicher und bietet mannigfache Naturschönheiten. Man ist über­rascht, in diesen von der See aus kahl und steinig aussehenden Bergen so an­mutige Gegenden zu finden. Wo es die Steilheit des Gebirges nur irgend zuließ, sind weite Flächen mit Brennholzschonungen bedeckt. Die Bäume