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sitionspolitik auf Hintertreiben eines Abgeordneten in willenloser Gefolgschaft scheute und ablehnte, wären, wie die Erfahrungen gelehrt haben, nie erforderlich gewesen. Die Summen aber, die das Reich an Stelle jener Garantie jährlich für Samoa, solange es nicht deutsch war, zu tragen hatte, zählen nicht nach Tausenden, sondern nach Millionen, ganz abgesehen von den Opfern an Blut und Privatgut.
Mit dem RuindesHausesGodeffroy brach die deutsche Herrschaft in der Südsee zusammen und begann das verhängnisvolle politische Chaos auf Samoa, das zwei Jahrzehnte lang drei Großmächte mit Konflikten bedroht hat und zu einem schier unglaublichen diplomatischen Knoten anschwoll.
Auch die deutsche Wissenschaft steht trauernd am Grabe jenes jungen, hoffnungsvollen Gliedes und die Stadt Hamburg vor den Trümmern ihres Museums Godeffroy, dessen beste Schütze sie sich entreißen ließ, dessen unwiederbringlicher Wert nicht in dem Kaufswert der einzelnen Objekte und Sammlungen, sondern in dem großen Ganzen bestand, das in Teile getrennt und entwertet wurde. Die Errichtung des neuen Museums Godeffroy durch den reichen Hansastaat verdient deshalb als ein Akt weiser Pietät volle Anerkennung.
I. Allgemeines.
Die Samoainseln liegen im Tropengürtel und im Gebiet des Nquatorial- stromes, der ebenso wie der sie überwiegend beherrschende Passat von Osten beziehungsweise Ostsüdost kommt.
Das Klima Samoas wird durch den Passar sehr günstig beeinflußt, da dieser nahezu drei Viertel des Jahres am Tage die Luft in Bewegung erhält und die Tropenhitze mildert. Die Teinperatnr an der Küste unterliegt sehr geringen Schwankungen im allgemeinen von 22 bis 31« (5., darunter und darüber geht sie selten,- die Tagesdifferenzen — d. h. binnen viernndzwanzig Stunden — betragen oft viel weniger, häufig nnr 3 bis 1° C. Am „kühlsten" ist es vor Sonnenaufgang, am heißeste» in der Regel gegen zwei Uhr nachmittags. Tie Wärme ivird unangenehm, wenn der Wind aussetzt; am unangenehmsten bei trübem Himmel und Regen in der Regenzeit; doch ist diese ebensowenig eine solche nach kontinental tropischen Verhältnissen, ivie die andere Zeit etwa völlig regenlos ist. Das ist allerdings wesentlich von den Gegenden abhängig. I» den Lagen auf der Süd- und Ostseite der Inseln, wo der Passat anwcht und seine Luftströmung zu Niederschlägen verdichtet, sind solche während des ganzen Jahres ziemlich gut verteilt; jenseits der Berge aber, also besonders in nordwestlichen Lagen, sind Niederschläge außer starkem Tan oft wochenlang sehr- spärlich. Die Regenzeit füllt in den südlichen Sommer, d. h. in die Monate November bis März, April; in ihr erlischt der Passat zeitweise ganz. An seine Stelle treten Winde ans Süd, Nordost, Nord und Nordwest, selten aus West. Diese Strömungen sind, vielfach von Regenböen oder Regcnwetter begleitet, oft heftig stürmischrichtige Stürme oder Orkane sind ans Samoa seltener als auf den benachbarten Inselgruppen, sehr selten richten sie auch an Land Verheerungen an, dagegen sind sie den Schiffen auch hier ge
fährlich. Der linde Passat herrscht fast beständig von Mai bis September, solange die Sonne scheint, d. h. am Tage; gegen Abend weicht er der Landbrise, die entsprechend der Ausdünstung des Landes und der Abkühlung mit den feuchten, kühlen Luftschichten dem Meere, dessen Temperatur sich überhaupt kaum verändert, zn- treibt und meist in der Nähe der Küste noch ansreicht, um als leichter Segelwind zu dienen.
Die Regenmenge ist trotz der trockenen Jahreszeit selbst ans der Nordseite der Inseln sehr beträchtlich; sie beträgt im Durchschnitt 3800 mm id. i. das Sechsfache des Durchschnitts für die Mark Brandenburg); davon entfällt der Löwenanteil, etwa die Hälfte, auf die Monate Dezember, Januar, Februar und März; der regenreichste Monat pflegt unter diesen der Februar zu sein, da er cs meist auf über 300 mm )1890 ans 727 mm) bringt. Nach dem Bericht über die Tätigkeit des von der Königlichen Akademie der Wissenschaften ans Mnlinn'u lApia) errichteten Samvaobservatorinms scheint die neue vulkanische Tätigkeit einen auffallenden Einfluß ans die NiederschlagSverhültnisse anszniiben; denn von 2870 mm im Jahre 1905 ist die Regenmenge beständig gewachsen bis 4889 mm im Jahre 1908. Noch auffallender ist die Zunahme der Gewitter und elektrischen Entladungen. Blitzschläge, früher Seltenheiten, haben angefangen praktische Bedeutung zu bekommen; Kapitän Hufnagel, der Verwalter der Vailelepflanznng, konstatiert in der Zeit vom Januar bis Mai 1909 einhnndert- nndvierzig durch Blitz zerstörte Kokospalmen. Von einem echten, rechten Tropenregen kann man sich bei uns kaum einen Begriff machen, selbst wenn man sich vorstellt, daß an einem Tage ein Sechstel