Periodicaltome 
Bd. 1 (1911)
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land in engen Beziehungen steht, nach einigen Richtungen zum Schlüsse mit diesem gemeinsam zu betrachten haben, wollen aber vorher einen Blick auf seinen geographischen Charakter und seine farbigen Urbewohner werfen.

IV. Groß-Namaland.

Im Süden der Terrasse, die man von den Abhängen des Auasgebirges ab in der Richtung auf Rehoboth verlaufen sieht, findet eine vollständige Änderung im Aufbau unseres Schutzgebietes statt. Selbst demjenigen, der nur ganz oberflächlich eine Karte betrachtet, welche es in seiner Gesamtheit darstellt, wird sich ohne weiteres der große Unterschied aufdrängen, der sich in der veränderten Form und Ausdehnung der Erhebungen, in der Ent­wicklung der Täler und in der Lauflünge und der Richtung der meisten Flüsse offenbart. Es bedürfte gar nicht einmal der Verschiedenheit der Bevölkerung, um hier sofort jene große Sonderlandschaft von den übrigen Hauptgebieten der Kolonie zu trennen.

Die Nordlandschaft dieser Hochländer gehört zwar noch ihrem Gebirgs- bau und ihrer sonstigen Beschaffenheit nach zu dem südlichen Hererolande. Allein scharfe Trennung von diesem durch die zentralen Massenerhebüngen, hydrographische Zugehörigkeit ihrer Flüsse und vor allem ethnographische und historisch-politische Beziehungen mannigfacher Art berechtigen uns vollauf, die südlich auf das Auasgebirge folgenden Hochländer zum Namalande zu rechnen. In diesem Gebiet überwiegt zunächst die wellige Hochebene, streckenweise auch schon die flache, weitgedehnte Talebene. Die aus den weiten Steppen empor­steigenden Höhen erscheinen jedoch noch als Bergketten, die das Land oft um einige hundert Meter überragen. Neben manchen Einzelkuppen erheben sich diese Höhenzüge oft mauerartig aus dem umliegenden Lande, einer Mauer auch hin­sichtlich ihrer Schmal­heit ähnelnd und nicht selten in geringer Hö­he über dem Durch­schnitt des flacheren Landes von tiefen, an einzelnen Stellen fast schartenförmigen Pforten durchbro­chen, durch die selbst der schwerbeladene Ochsenwagen hin­durchzuziehen vermag, ohne eine größere Erhebung überwinden zu müsseu. Bis 100 Irm südlich von den Anasbergen sinkt die Höhe dieses Gebietes, dessen Wasserläufe bereits vorwiegend südlich gerichtet sind, von rund 1700 bis zu etwa 1400 m, unter welchen Zahlen hier natürlich die Meereshöhe der Talebenen zu verstehen ist. Es ist das Gebiet, das, vom südlichen Wendekreis durchschnitten, einmal im Jahre auf kurze Zeit die Sonne aus dem Scheitelpunkte auf sich herniederstrahlen sieht, während die

Ein Bergdanmra.