Zweiter Abschnitt.
Ocrs Volk cler
Hn diesem Lande wohnen also die Überreste eines einst starken und mächtigen Hirtenvolkes, die Ovaherero. Unter ihnen arbeitet die Rheinische Mission seit sechzig Jahren unter vielen Schwierigkeiten, und über sie ist von Forschungs- und Weltreisenden manches geschrieben worden, das der Richtigstellung bedarf. Im folgenden soll versucht werden, ein Bild dieses Volkes auf Grund einer vierunddreißigjährigen Arbeit und Erfahrung zu zeichnen. Dabei wird sich Gelegenheit bieten, manche in anderweitigen Beschreibungen und Darstellungen verzeichneten Züge wieder zurecht zu rücken.
Die Ovaherero sind ebenso wie die unter ihnen lebenden Mbanderu eines der vielen Bantu-Völker Afrikas. Nicht immer haben sie in ihren jetzigen Wohnsitzen gehaust; es läßt sich aber nicht mehr genau sagen, wie weit sie früher nach dem Süden vorgedrungen waren; jedenfalls sind sie bis Gobabis und an die Auasberge hinter Windhuk gekommen. Das Land von da ab südlicher bis etwa Rehoboth haben sie erst in den siebziger Jahren mit ihren Herden besetzt. Ihre jetzigen Nachbarn im Süden sind die Nama, etwa 15000 an der Zahl, und die 1870 auf Rehoboth, Grootfontein usw. eingewanderten Bastards, etwa 4000 Seelen. Im Osten findet man Reste der Betschuanen und Buschmänner, zusammen wohl nur 2000. In ihrer Mitte wohnen überall zerstreut die ungefähr 20000 Bergdamra.
Welche Antwort gibt es nun zunächst auf die Frage nach den ursprünglichen Sitzen der Herero, was läßt sich von ihrer Vorgeschichte sagen?
»SS
Lrstes Kapitel.
Die ursprünglichen Sitze der herero.
Die Ureinwohner des Landes sind jedenfalls nicht die Ovaherero gewesen, sondern die eben genannten Bergdamra (vgl. über diese später), die Topnaar- Hottentotten, die im Westen bis an die See, und ein Buschmannstamm, der im Osten bis ins Erongo-Gebirge hinein wohnte. Hingegen müssen die
Jrle, Die Herero. 4