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1 (1914) Landeskundlicher Teil
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H antle 1 . Holz und Kautschuk bildeten die beiden Handelsartikel im neuen Muni-Iwindo-Gebiet.

Die verschiedenen bis H/2 m dicken Bäume werden von den Eingeborenen in Klötze von 4 m Länge zerhackt und dann in den Flußläufen zur Küste geflößt. Da die Mehrzahl der Blöcke von schweren Holzarten stammt, so kann der Einge­borene nur die Bäume verwerten, die dicht an den Wasserläufen stehen, da jeder Transport über Land noch ausgeschlossen ist.

Der Holzhandel, für den außer den Krieks und Küstenflüssen hauptsächlich, wie schon vorher er­wähnt, das Flußsystem des Endiija in Frage kommt, ist ausdehnungsfähig, da noch bedeutende Bestände wertvoller Hölzer vorhanden sind.

Kautschuk ist im ganzen Gebiet überreichlich vorhanden. Der Kautschukhandel scheint aber zur Zeit vollständig beendet zu sein, da sich der Kaut­schuk nicht so billig produzieren läßt, wie der Plan­tagenkautschuk auf dem indischen Archipel. Ob sich späterhin die Produktionskosten in Südkamerun derart verringern und die Qualität des wilden Kaut­schuks sich derart verbessern läßt, daß er wieder mit dem Plantagenkautschuk konkurrieren kann, ist zweifelhaft. Aufgabe der Verwaltung ist es daher, durch Einführung neuer Kulturen den Handel wieder zu beleben.

In erster Linie kommt hierfür die Ausbreitung der Ölpalmenkultur in Frage, da die Ölpalme überall gut fortkommt, und Öl und Kerne ein auch dem Eingeborenen schon bekannter Handelsartikel sind.

Daneben sollte die Einfuhr guten Zuckerrohrs und die Anlage einfacher Zuckermühlen am Endüja ins Auge gefaßt -werden. Es könnte hierdurch, so­bald genügend Zuckerrohr angebaut ist, größeren Zuckerfabriken vorgearbeitet werden. Was der Araber in Ostafrika mit seinen Zuckermühlen ge­

leistet hat, wird der westafrikanische Neger auch fertig bringen.

Ölpalmen- und Zuckerrohrkultur lassen sich ohne große Mittel ausdehnen. Die Schaffung wei­terer Handelswerte dürfte erst nach Schaffung neuer Verkehrswege in Frage kommen.

Eisenbahn. Einem etwa geplanten Eisen­bahnbau werden nicht unerhebliche Schwierigkeiten entgegenstehen. Auf einer Strecke von etwa 70 km muß das terrassenförmig auf 700 m ansteigende Pla­teau, das teilweise von einem wild zerrissenen Mit­telgebirge gebildet wird, erstiegen werden. Aber auch dann wird die Trasse wenig ebene Strecken finden. Fast alle großen Flüsse verlaufen in der Nord-Südrichtung. Die zahlreichen Gewässer mit ihren eingerissenen versumpften Talsohlen werden dem Trasseur und Konstrukteur viele Schwierig­keiten bereiten. Die bei der Mittellandbahn zutage getretenen Schwierigkeiten werden sich auch im neuen Grenzgebiet geltend machen.

Die von der Grenzexpedition zwischen 10° 30' und ii° 40' gefundene und in die Karte eingezeich­nete Trasse beruht streckenweise nur auf flüchtiger Erkundung des Geländes, da sich eine genauere Er­kundung auf der ganzen Strecke mit dem zur Ver­fügung stehenden Personal im Rahmen der Grenz­vermessung nicht durchführen ließ. An der Südost­ecke von Spanisch-Guinea hat eine sehr genaue Trassenerkundung stattgefunden. Der Grad der Genauigkeit läßt sich an den einzelnen Stellen aus den von der Grenzexpedition angefertigten Karten ersehen.

Bis zum Bau einer Eisenbahn bietet das Küsten­gebiet mit seinen befahrbaren Krieks und Flüssen, sowie mit dem befahrbaren Flußgebiet des Muni, Endiija-Adjuge der Verwaltung ein weites Feld der Tätigkeit zur Entwicklung des Landes.

Oberflächengestaltung und natürliche Beschaffenheit des südlichen Grenzgebietes

von der Küste bis zum Iwindo.

Von Dr. Hans Geh ne.

Der neuerworbene Landstreifen südlich und öst­lich von Spanisch-Guinea ist ein Teil des großen äquatorial-afrikanischen Urwaldgehietes. Er läßt sich weder nach seiner Oberflächengestaltung noch nach seinem Klima oder auch seiner Bevölkerung von seiner weiteren Umgebung als einheitliches Ganzes absondern. Geomorphologisch gehört er der

Mitteilungen a. d. D. Schutzgebieten, Ergänzungsheft 9 a.

Schwelle von Nieder-Guinea an, einem Hochland, das im Norden in den Höhen von Banjo sein Ende findet, ganz Südkamerun und Spanisch-Guinea ein­nimmt und im Süden zum Becken des Ogove ab­fällt.

Der lückenlose Urwald, in dem die immer glei­chen Eingeborenenkulturen, die stets einander älm-

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