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1911: 1909/1910 / hrsg. vom Reichskolonialamt
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III. Togo. C. Palime.

die Wohnungsverhältnisse der Europäer anbelangt, so haben sich die­selben wesentlich verbessert, da viele der Negerhütten, die ihre Häuser umgeben hatten, verschwunden sind. Dank baupolizeilicher Vorschriften durften die Eingeborenen in der näheren Umgebung der Europäerwohnungen ihre Hütten nicht mehr mit Stroh decken, auch nicht mehr Reparaturen an Strohdächern vornehmen. Die Folge davon war natürlich, daß die schadhaft gewordenen Dächer den Regen durchließen, so daß die Eingeborenen, die meistens nicht in einer so günstigen Vermögenslage sind, daß sie ihre Häuser mit an­deren Materialien als Stroh decken könnten, zum Wegzuge aus den durch den Regen baufällig gewordenen Lehmhäusern gezwungen wurden. Sie siedelten sich dann in Adjido, einem Stadtteile von Anecho an, wo sie mit Land von der Regierung entschädigt wurden und wo sie Strohdächer errichten dürfen, ln Adjido selbst werden die Eingeborenen gezwungen, ihre Wohnungen vernünftiger, als bis­her anzulegen.

Zur Verbesserung der Trinkwasserverhältnisse wurden sechs Brunnen in Anecho angelegt.

Zur Bekämpfung der Moskitobrut innerhalb der Häuser stehen dem Regierungsarzte sieben Gesundheitsaufseher zur Verfügung.

C. Palime.

(Berichterstatter: Regierungsarzt Stabsarzt Dr. Skrodzki.)

I. Allgemeiner Teil.

a. Personal.

Während des Vierteljahres Juli-September 1900 hat Regierungs­arzt Dr. Günther die Geschäfte des Regierungsarztes hierselbst geführt, im übrigen abzüglich der letzten vier Wochen der Berichterstatter. Ferner waren hier angestellt drei Farbige und zwar als Heilgehilfen zwei, als Gesundheitsaufseher (im besonderen mit der Mückenbekämpfung betraut) einer.

b. Unterkunft.

Das Arzt h aus, im Berichte des Vorjahres beschrieben und photographisch dargestellt, wurde durch inneren Ölfarben- und äußeren Kalkanstrich, durch Erneuerung einer von Termiten zer­fressenen Treppe, sowie durch eine Anzahl weiterer Reparaturen gründlich gebessert.

Als primitives Hospital mußte bis zum letzten Monate noch die an genannter Stelle ebenfalls erwähnte baufällige Lehmhütte