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III. Togo. A. Lome.
Im Krankenliause für Eingeborene wurden behandelt 218 (Anfangsbestand 10, Zugang 208, Restbestand 10) Kranke während 5028 Tagen.
Die wegen venerischer Krankheiten aufgenommenen Prostituierten sind nicht mitgerechnet.
II. Besonderer Teil.
a. Infektionskrankheiten.
1. Die M a 1 a r i a kommt in Lome als wichtigste Infektionskrankheit vor. In den Monaten April bis Oktober wurden in Lome Stechmücken (fast durchweg Anopheles) in wechselnder Häufigkeit beobachtet. Erst von Ende Oktober ab wurden sie sehr selten, in vielen Wohnungen überhaupt nicht bemerkt. Die hauptsächlichsten Brutplätze der Anopheles bilden die Tümpel, welche in der nördlich von der Stadt gelegenen Lagune sowie in der beim Balmbau ausgeworfenen Sandgrube dicht westlich bei Lome während der Regenzeit auftreten, teilweise auch die Pfützen, welche in den mit Latent befestigten Straßen der Stadt nach anhaltendem Regen entstehen.
Trotz der sehr spärlichen Stechmücken wurden gerade im Dezember viele Malariafälle beobachtet. Wie früher trat auch in diesem Jahre im Beginne der Regenzeit die Malaria zuerst unter den Kindern der Eingeborenen, dann unter den Europäern, zuletzt unter den erwachsenen Eingeborenen auf, hier oft unter dem Bilde von Neuralgien, ohne oder mit leichten Temperatursteigerungen.
Für den Gang der Malariaerkrankungen in Lome geben die erkrankten Europäer einen ungefähren Anhalt, obwohl nur die Fälle aufgeführt sind, die ärztlich sicher festgestellt wurden.
Die Häufigkeit der Malaria bei der Abnahme der Stechmückenhäufigkeit läßt sich wohl darauf zurückführen, daß die Chininprophylaxe dann lässig geübt oder ganz unterlassen wird. Die Mückenbekämpfung durch eingeborene „Gesundheitsaufseher“ wurde wie in früheren Jahren durchgeführt. Unter den Malariafällen wurde nur einmal Malaria tertiana, deren Infektion wahrscheinlich in Lagos stattgefunden hat, beobachtet, sonst stets Malaria tropica.
Der Ausgang der Malaria bei Erwachsenen war günstig. Nur ein Europäer starb an dieser Krankheit unter Gehirnerscheinungen.
Er war zum ersten Male in den Tropen, seit zwei Jahren und drei Monaten in Lome. Er erkrankte am 3. Dezember an typischer Malaria, entfieberte regelrecht, bekam am 20. 12. geringe Temperatursteigerungen mit Kopfschmerzen, wurde am nächsten Tage bei gleicher Temperatur vorübergehend verwirrt, am 22. plötzlich bewußtlos und delirierte bei hoher Temperatur. Einwirkung der Sonne oder von Hitze war ausgeschlossen. Die Temperatur blieb anhaltend hoch (30 bis 41°). Das Bewußtsein wurde am 23. 12. nur wenig klarer. Am 25. trat der Tod an Herzschwäche ein, ohne vorherige Änderung des Allgemeinzustandes.
Die am 22. 12. vorhandenen Malariaparasiten verschwanden nach Chinininjektionen aus dem peripheren Blute. Die Sektion ergab außer Milzschwcllung und Hyperämie des Gehirns keine krankhaften Veränderungen. In den Ausstrichen von Gehirnsubstanz und Milz waren noch spärliche Malariaparasiten nachweisbar.