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unter der Hand eines Pädagogisch begabten Missionars stehen, oft anspruchsvoll werden, ohne viel zu leisten. Ein Vorteil dieser Schulen besteht freilich im Gegensatz zu der Schule für heidnische Knaben, die zu Hause wohnen, darin, daß der Schulbesuch regelmäßig ist. Für die Missionsschule liegt im Vergleich zu den Regierungsschulen die Sache viel schwieriger, weil sie nicht durch Schulzwang unterstützt werden kann. Ohne Schulzwang ist aber Regelmäßigkeit im Schulbesuch bei heidnischen Schülern nicht zu erreichen. Gerade im letzten Jahre haben wir mehr unter der Unregelmäßigkeit des Besuchs der heidnischen Schüler zu leiden gehabt als je zuvor. Wie wir annehmen, liegt der Grund in dem stärkeren Arbeiteraufgebot, das veranlaßt die Eltern, auch die un- erwachsenen Burschen mehr zur Arbeit fortzuschicken.
Man muß sich damit begnügen, eine kleine Zahl wirklich interessierter Schüler zu fördern. Manche Außen- sckmlen haben kaum 10 regelmäßig kommende Knaben. Am erfreulichsten entwickeln sich die Gemeindeschulen. Die christlichen Eltern haben mit der Taufe ihrer Kinder die Verpflichtung auf sich genommen, die Kinder in die Schule zu schicken und kommen ihr bisher ohne Ausnahme gern nach. So ist in den Gemeindeschulen die christliche Jugend regelmäßig im Unterricht, sowohl Knaben als Mädchen, während aus den heidnischen Dörfern nur die Knaben und auch diese, wie gesagt, mit sehr vielen Unterbrechungen zur Schule sich teilweise einstellen.
1. April 1906 31 März 1907
Volksschulen .... 31 34
davon Kostschulen . . 3 2
Mittelschulen .... 1 1
Mädchenschulen ... 6 6
2. Die Zahl der Schüler.
1. April 1906. 31. März 1907.
Im ganzen . . . 1009 947
Schülerinnen ... 76 79
3. Lehrgegenstände.
Außer in Suahili wurden die Mittelschüler auch im Deutschen eingehend unterrichtet. Sie übten sich im Wiedererzählen längerer deutscher Lesestücke und gewannen eine gewisse Geläufigkeit, einfache Sätze zu beantworten. Eine Anzahl deutscher Lieder ward vierstimmig eingeübt.
V. Ärztliche Mission.
Das Wohnhaus für den Arzt und ein kleines Hospital wurden fertig gestellt. 59 Personen wurden im Hospital aufgenommen und an 1470 Tagen verpflegt. 17 Operationen fanden statt, in der Poliklinik wurden 2400 Personen behandelt, außerdem 116 Europäer.
gez. Johanssen,
Präses der evangelischen Misston in West-Usambara.
2. Hericht -er Gesellschaft zur Kesör-erung -er evangelischen Missionen unter -rn Hei-en Merlin I).
a) Synode Usaramo.
Statistik.
Jahr Stationen Missionare Diakonen ^
1904 . . 3 5 5 1 11
1905 . . 3 4 6 1 10
1906.. 3 4 6 1 9 A'4^)
') 9 besoldete, 4 nnbesoldete Gehilfen. Durch erstere wird in 5, durch letztere in 2 Schulen unterrichtet.