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IN. Klima und Gesundheitsverhältniffe.
Der Nordostpassat war im Berichtsjahre 1906 be deutend schwächer als in den Vorjahren. Er wurde zeitweise von Windstillen Tagen unterbrochen und hat nur ein Vierteljahr angehalten. Auch die Westwinde waren im Berichtsjahre 1906 schwächer als in den Vorjahren. Die Regenmenge betrug in Jaluit 3493,5 mm. In Nauru war die Niederschlagsmenge mit 1566,8 mm eine mittlere. Sie war größer, als in den Vorjahren.
Auf Jaluit sind ärztlich 297 Personen behandelt worden: 58 Weiße und 239 Farbige. Gestorben sind davon 19 Personen oder etwa 6,4 o/o der Kranken. Epidemien sind nicht vorgekommen. Die verhältnismäßig bedeutende Krankenziffer ist größtenteils auf die hier ständig herrschende Influenza und die damit in Zusammenhang stehenden Leiden zurückzuführen. Eine Leprakranke wurde zur Anzeige gebracht und isoliert.
I> Schule und Mission.
Das Personal der katholischen Mission vom heiligsten Herzen Jesu bestand aus 7 Priestern, 7 Brüdern und 10 Schwestern. In den Schulen der Mission wurden unterrichtet: auf Jaluit 48 Kinder, auf Likieb 28 und auf Nauru 72. Das Bekehrungswerk machte erfreuliche Fortschritte, ebenso bei der evangelischen Bostonmission auf Nauru. Die Zahl der getauften Anhänger derselben ist von 840 auf 915 gestiegen, von denen 591 Kommunikanten und 324 Bewerber sind. Unterricht wurde in vier Schulen erteilt.
Über den Gesundheitszustand auf Nauru liegen Berichte nicht vor.
V. Öffentliche Arbeiten und Bauwesen.
Von den durch den Taifun zerstörten Regierungs- gebäuden sind bis jetzt die Polyklinik und das Hafenmeisterhaus neu errichtet worden. Mit dem Hause des Regierungsarztes ist angefangen. Es bleiben noch ein Bureau und ein Krankenhaus zu erbauen. Das Polizistenhaus und das Gefängnis bedürfen einer Vergrößerung. Das Haus des Bezirksamtmanns wird nach einer gründlichen Ausbesserung stehen bleiben können.
Die Eingeborenen haben zwei große Eingeborenen- Krankenhäuser aus Buschmaterial auf Jabwor ^richtet. Ein ebensolches Haus für die Leprakranken wird demnächst fertiggestellt sein. In einiger Zeit werden die Eingeborenen auf Jabwor mit der Errichtung neuer Ballten — die alten bestehen aus zusammengeholtem Abfallholz der durch den Taifun zerstörten Europäerhäuser und bieten nicht einmal genügend Schutz gegen schlechtes Wetter — beginnen. Die Häuptlinge sind mit ihren Schiffen unterwegs, um Buschmaterial zu diesen Baulichkeiten von andern Atollen, die vom Taifun verschont geblieben sind, herbeizuholen. Die angeordneten Arbeiten werden willig verrichtet. Die Neubauten der Eingeborenen sind schon aus Gesundheitsrücksichten notwendig. Am Außenstrand voll Jabwor ist mit der Errichtung eines Steinwalles begonnen worden.
V!. Wirtschaftliche Entwickelung.
a) Landwirtschaftliches.
Die Gesamtfläche des zu den Pflanzungen gehörigen Areals betrug ebenso wie im Vorjahre 2480 da, davon waren 1214 da gegen 1198 da im Vorjahre mit Kokos- - Palmen bepflanzt- der Bestand der Kokospflanzungen hat sich also um 16 da vergrößert.
Klima.
Gesundheitszustand
Pflanzungen. Anlage^", 1/ Z