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In der Druckerei wurde hergestellt das in einer Auflage von 400 Stück monatlich zweimal erscheinende „Amtsblatt für das Schutzgebiet Togo". Daneben wurde die Druckerei aber auch noch zur Anfertigung der verschiedensten Vordrucke für den amtlichen Bedarf des Gouvernements wie der übrigen Dienststellen des Schutzgebiets stark in Anspruch genommen. Es wurden durchschnittlich in der Woche 3 Vordrucke in einer Anzahl von durchschnittlich je 500 Stück hergestellt.
Sämtliche Arbeiten wurden unter Aufsicht eines europäischen Beamten des Gouvernementsbureaus ausgeführt, der insbesondere die Zusammenstellung der Sätze zu überwachen und die Verbesserungen vorzunehmen hatte. Hierauf mußte er täglich 2—3 Stunden Arbeitszeit verwenden.
VI. Wirtschaftliche Entwicklung.
Allgemeines.
Das Wirtschaftsleben des Schutzgebietes beruht bis heute fast ausschließlich aus der landwirtschaftlichen Produktion,' diese liegt zum weitaus überwiegenden Teil in den Händen der eingeborenen Bevölkerung. Die wenigen vorhandenen europäischen Pflanzungsunternehmungen haben bisher die Aussuhrziffern kaum beeinflußt. In den kleinbäuerlichen Betrieben der Eingeborenen werden die Werte geschaffen, welche Ausfuhr und Einfuhr, Handel und Wandel im Schutzgebiet bisher beherrscht haben. Ungünstige Ernten ziehen notwendig niedrige Aussuhrziffern und geringere Einfnhrziffern nach sich. Schlechte Ernteverhältnisse sind also gleichbedeutend mit einem ungünstigen Wirtschaftsjahr.
Die klimatischen und Bodenverhältnisse des Landes bedingen, daß die Hauptproduktion sich auf verhältnismäßig geringwertige Produkte, nämlich Palmöl, Palmkerne und Mais erstreckt. Diese Produkte vertragen weite, mit Menschenkrast ausgeführte Landtransporte nicht' beispielsweise kostet der Transport einer Tonne Mais von Atakpame nach Lome (Entfernung rund 170 1cm) mittels von Menschen gezogenen Lastwagen 91 das ist ungefähr der Preis, den die Tonne Mais im Berichtsjahr in Hamburg unverzollt erzielt hat. Daß unter solchen Verhältnissen an eine Ausfuhr dieses Produkts bei dieser Entfernung vorn Ausfuhrhafen nicht zu denken ist, liegt auf der Hand. Die vorn Ausfuhrhafen entfernter gelegenen Produktionsgebiete dem Außenhandel nutzbar zu machen, ist also lediglich eine Transportfrage. Das Berichtsjahr hat in dieser Richtung einen bedeutsamen Fort- ' schritt zu verzeichnen durch Fertigstellung und Eröfftrung des ersten in das Inland führenden Schienenstranges Lome—Palime.
Bei der vorwiegend landwirtschaftlichen Bedeutung der Kolonie liegt es nahe, durch Verbesserung und Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion die Wirtschafts- verhültnisse günstig zu beeinflussen. Ein bedeutungsvoller Versuch, verbessernd auf die Produktion der Eingeborenen hinzuwirken, war die Veranstaltung einer landwirtschaftlichen Ausstellung, welche gleichzeitig rnit der Inland- bahn Lome—Palime eröffnet wurde.
L. Produktion der Eingeborenen.
Das Kalenderjahr 1905 zeigte hinsichtlich der Pro- Produkte der Olpalme. duktion von Palmkernen und Palmöl einen bedenklichen Tiefstand. Das Kalenderjahr 1906 läßt eine leichte Steigerung der Ausfuhr dieser Produkte erkennet:, von der freilich nicht ganz sicher ist, ob sie auf eine vermehrte Produktion oder auf die Eröffnung der Jnlandbahn bis Nssahun zurückzuführen ist. Erst in den letzten Monaten