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1908: 1906/1907
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energische Bekämpfung durch Thymolbehandlung, Anlage von Aborten u. a. eingeleitet.

Zum Studium der Schlafkrankheit weilte Geheimrat Professor Dr. Koch auf Sesse in Uganda, wo er ein Lazarett für Schlafkranke errichtet hatte und sich besonders mit der Heilung dieser Krankheit beschäftigte. Auch diese Seuche bildet eine große Gefahr für unser Schutzgebiet, da sowohl am Viktoriasee (Bukoba und Schirati), wie am Tanganjika bereits zahlreiche Schlafkrankheitsfälle beobachtet worden sind und die Überträgern: der Seuche, die (Uossina xu-IMis dort stark verbreitet ist. Die Ein- schleppung vom englischen bezw. kongolesischen Gebiet ist meist nachweisbar.

Vom Gouvernement ist deshalb eine methodische Be­kämpfung der Seuche durch ärztliche Expeditionen und durch weitgreifende, lokale Maßregeln eingeleitet.

Das Lienhardt-Sanatorium in Wugiri (West-Usam- bara) wurde im Berichtsjahr von 160 Personen mit 1866 Verpflegungstagen aufgesucht.

In einigen südlichen Bezirken ist Lepra häufig und macht die Isolierung der Kranken in geschlossenen Sied­lungen nötig. In Donde (Bezirk Kilwa) sammelte eine ärztliche Expedition 71 Kranke. In Langenburg traten zu den 4. alten 2 neue Heime, die alle 6 unter Missions­leitung stehen. Unter den etwa 350 Insassen soll viel Neigung zu Unbotmäßigkeiten gegen ihre Helfer bestehen.

Im Bezirk Bismarckburg klagen Eingeborene sehr über durch Händler eingeschleppte Syphilis. Vielleicht hängt damit die enorme Kindersterblichkeit zusammen, die dort beobachtet ist. Mit anderen Ursachen wie vermutet wird mit Masern hing ein größeres Kindersterben im Bezirk Jringa zusammen.

Es lagen zahlreiche Beobachtungen darüber vor, daß überall, wo in einem Bezirk Gebirge und Tiefland zusammenstoßen, es fast unmöglich ist, die Berg­bewohner zu Arbeiten in der Ebene zu veranlassen, weil sie den Klimawechsel nicht vertragen. Das ist be­sonders bei den Wamatumbi, Wanguru, Wadschagga, Wabundali, Wakinga und Wanjaruanda der Fall, wahr­scheinlich auch bei vielen anderen. Da es sich durchweg um gut besiedelte Gegenden mit arbeitsamer, kräftiger Be­völkerung handelt, ist diese Tatsache allgemein für die arbeiterbedürstigen Unternehmungen an der Küste sehr unangenehm und besonders dort störend, wo, wie im Bezirk Moschi, europäische Plantagen sich im fruchtbaren Tief­land befinden. Die Ursachen sind noch nicht genügend erforscht. Vermutlich wirken viele zusammen, nämlich außer den Unzuträglichkeiten des veränderten Klimas Nnlnrin, Reonrrons, oft auch der Nahrnngs- und Wasserwechsel und in deren Gefolge Magen- und Darmerkrankungen.

IV. Schule und Mission.

a.) Schule.

Die Europäerschule in Daressalam wurde in An- betracht ihrer geringen Frequenz (2 bis 7 Kinder) und aus hygienischen und finanziellen Gründen am 1. April 1907 aufgehoben. Ob eine Besserung dieser Verhältnisse eine baldige Wiedereröffnung gestatten wird, läßt sich einstweilen nicht übersehen. Die Kinder fanden Lei dem evangelischen Pastor und bei der katholischen Mission regelmäßigen Unterricht.

Die andere Europäer- (Wander-) Schule für die Buren am Mernberg konnte infolge der Abneigung der Buren ihre Bestimmung einstweilen nicht erfüllen,' der deutsche Lehrer unterrichtet statt dessen die Kinder der Deutsch- Russen. Nachdem nach Schluß des Berichtsjahrs endlich

Europäerschulen.