Samoa.
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Von Saluafata bis Falefa wurde mit Hilfe der Eingeborenen eine gute Bootpassage innerhalb des Riffes durch Ausbrechen von Korallen und Ausbaggern hergestellt.
Zwischen Aleipata und Lepa wurde eine zirka 500 m lange und 6 in breite Bootpassage durch Felsen und Korallen gesprengt, welche den Bootverkehr zwischen beiden Plätzen innerhalb des Riffes ermöglicht. Auch hier haben die Eingeborenen den größten Teil der Arbeit unentgeltlich gemacht.
An öffentlichen Gebäuden wurden auf dem Grundstück in Jfi-Jfi aufgeführt:
Die Regierungsschule, bestehend aus zwei iu Konkret- mauerwerk hergestellten Pavillons mit je zwei Schul- räumen, Lehrmittelzimmer und zwei Ablegeräumen. Das dort vorhandene Dienstgebäude wurde als Lehrerwohuuug umgebaut und außerdem ein Hintergebäude mit Verbindungsgang zum Haupthause ausgeführt. Zwischen den beiden Pavillons legte man einen Turn- und Spielplatz sowie die nötigen Wege an und stellte eine Einfriedigung des Grundstücks aus Holz her. Ferner wurden noch zwei Abortgebäude errichtet.
Auf dem Hospitalgruudstück iu Motootua wurde an dem Eingeborenhospital ein Anbau sowie ein Verbindungsgang zwischen dem Europäer- und Eingeborenenhospital hergestellt.
, Zur Unterbringung von samoanischen Kranken wurden drei große Sanioahüuser erbaut.
Airs dem Gefängnishose in Vaimea ist ein großes Samoahaus mit Wellblechdach für samoanische Gefangene errichtet worden.
Die private Bautätigkeit in Apia zeigte gegen das Vorjahr keine Zunahme.
Erfreulicherweise macht sich auch unter den Eingeborenen ein Interesse am Bau besserer Häuser geltend.
VI. Die wirtschaftlichen Verhältnisse.
A.. Landwirtschaft.
Kopra ist nach wie vor das Haupterzeugnis des Schutzgebiets. Die Palmen trugen im Berichtsjahr vorzüglich, das Wetter war besonders während der Monate November bis Februar günstig, so daß die Koprabereitung gegen alle Gewohnheit auch in dieser Zeit kaum abnahm. Die Eingeborenen widmeten sich mit regem Eifer und großer Ausdauer der Ausnutzung der guten Ernte. Die Qualität der Eingeboreuenkopra läßt allerdings vielfach noch zu wünschen übrig. Die Ernte des kommenden Jahres wird voraussichtlich, geringer ausfallen.
Die Kultur der Kokospalme ist den Eingeborenen gesetzlich zur Pflicht gemacht. Es sind besondere, samoanische Beamte angestellt, die das Land regelmäßig bereisen und ihrerseits wieder von sachverständigen weißen Beamten kontrolliert werden.
Mit Kakao sind jetzt von Europäern insgesamt 1362,2t lla bebaut, davon sind 245 ba tragend. Leider ist auf einigen Pflanzungen der gesürchtete Krebs ausge- Lrochen. Doch ist der bisher angerichtete Schaden gering- auch ist zu hoffen, daß die sofort ergriffenen Gegenmaß- regeln das Umsichgreifen der Seuche verhindern werden. Die Ratten richten zur Erntezeit großen Schaden an. Es sind Schritte eingeleitet, um diese Plage systematisch zu bekämpfen.
Neben der im vergangenen Jahr gegründeten deutschen Aktiengesellschaft hat ' sich nun auch eine englische Gesellschaft zur Anlage einer Kautschukpflanzung gebildet.