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1907: 1905/1906
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einer Gesamtlänge von 2000 m mit Laterit befestigt,' sämtliche festen Straßen wurden mit Mandelbaumalleen bepflanzt.

An öffentlichen Gebäuden wurden fertiggestellt der öffentliche Gebäude. Zollschuppen und das Polizeimeistergebäude, sowie mehrere kleinere, hauptsächlich dem Werkstättenbetrieb dienende Bauten' an den bestehenden Hochbauten in Lome, die durch die feuchte Seebrise stark beschädigt werden, waren andauernd Ausbesserungen erforderlich.

Die Arbeit der Gouvernementswerkstätten hat sich Werkstätten,

im verflossenen Etatsjahr nach Umfang und Mannig­faltigkeit bedeutend vermehrt' es wurden dabei erfreu­liche Fortschritte erzielt, namentlich in der Zimmermanns­und Tischlerwerkstätte, deren Gesellen nunmehr soweit herangebildet sind, daß sie, teils unter europäischer Anleitung, zum Teil jedoch auch selbständig, einschlägige, schwierigere Arbeiten, wie Einrichtungsgegenstände für Wohnung und Bureau, Möbel usw. anfertigen,' das Ver­ständnis hierfür wird wesentlich gefördert durch die von sämtlichen Gouvernementslehrlingen besuchte Handwerker- schule, in der auf Anschauungsunterricht, Zeichnen und Rechnen besonderer Wert gelegt wird. Ein Zeichen für die wachsende Arbeitslust der Eingeborenen ist es, daß sich die Zahl derer, die als Lehrlinge in die Gouverne­mentswerkstätten eintreten wollen, bedeutend mehrte,' der Zudrang wurde so groß, daß von den sich Stellenden nur diejenigen aufgenommen werden konnten, die deutsch ver­standen.

Die katholische Mission erbaute in Lome, Palime und Private Bautätigkeit. Atakpame Schul- und Schwesternhäuser und in Lome eine Werkstätte,' die Norddeutsche Missionsgesellschaft begann mit dem Bau einer Kirche in Lome, deren Grundstein­legung am 4. Februar stattfand,' in Lome, Palime und Atakpame entstand eine Reihe neuer Geschäftshäuser,' die Wörmannlinie begann mit dem Bau eines größeren Ge­schäftshauses für ihre Agentur in Lome,' der Gouverne­mentstechniker Ring schied aus dem Dienste des Gouver­nements aus und errichtete ein selbständiges Baugeschäft.

Bemerkenswert ist, daß man in Lome von der Herstellung der Hochbauten aus Beton oder Lateritziegeln abgekommen ist, und daß sich dafür die von der katholischen Mission zuerst eingeführte Verwendung von Zementsteinen allge­mein eingebürgert hat.

H Wirtschaftliche Entwickelung.

Allgemeines.

Von Bedeutung für die wirtschaftliche Entwickelung war die Eröffnung der Küstenbahn LomeAnecho unter gleichzeitiger Schließung der Reede von Anecho. Die gesamte Ein- und Ausfuhr über See erfolgt nunmehr über die Landungsbrücke in Lome, jedoch werden im Interesse Anechos für die Beförderung der Güter von Bord der Schiffe bis Anecho und umgekehrt nur die gleichen Gebühren erhoben wie für Beförderung von Bord nach den Faktoreien von Lome und umgekehrt. Trotzdem macht sich infolge des Ausbaues der Wege von Lome ins Innere und des Baues der Jnlandsbahn Lome Palime eine Konzentrierung des Verkehrs in Lome be­merkbar, während Anecho in der Entwickelung stehen bleibt.

Die Eröffnung der Jnlandsbahn nach Noepe verur­sachte einen Aufschwung dieses Platzes, wo bisher schon stark besuchte Märkte bestanden. Fast sämtliche Lome- Firmen eröffneten in Noepe Zweigniederlassungen, und es wurde infolgedessen das Produktengeschäft, namentlich der Einkauf von Palmöl und Palmkernen, zu einem er-

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