Süd- und Nord-China.
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Charakter am unteren Yangtszökiang, von Itschangfu bis zu der in gradlinigem Abstand von beinahe 1000 km liegenden Mündung.
Im >*prden wird diese Gebirgswelt durch eine starre und breite Gebirgskette, den Tsinlingschan, abgegrenzt, der, als das letzte Glied des langgestreckten und gliederreichen, im Pamir wurzelnden, in seinen Kämmen und Gipfeln zu 6 bis 7000 m aufragenden Kwenlun-Gebirges, sich von West nach Ost mit etwas südöstlicher Abweichung erstreckt, erst noch hoch und gedrungen, dann ebenfalls tiefer herabgesenkt. Hier führt eine niedere Kette, die wahrscheinlich als die Fortsetzung der genannten zu betrachten ist, den Namen des Hwai-Gebirges. Sie reicht bis in die Gegend von Nanking und bildet mit dem Tsinling die nördliche Wasserscheide des Yangtszökiang und die Grenze des mittleren gegen das nördliche China.
Gehen wir nach Norden, so befinden wir uns in einem Land von ganz anderem Charakter. Der Wechsel vollzieht sich an der ganzen Linie. Schon iern im Westen steigen wir von den tibetischen Randgebirgen tief herab in ein weites, dem europäischen Mittelmeer ähnliches, relativ tief gelegenes Becken, dessen Zuflüsse sich zu dem einsamen See Lobnor sammeln und dort versiegen. Innerhalb des eigentlichen China ist weder das Scheidegebirge so hoch wie dort, noch ist das ihm im Norden vorliegende Land im Verhältniss so tief versenkt; aber der Kontrast ist auch hier augenfällig. Statt des durchschluchteten Gebirges im südlichen China sehen wir in den Nordwestprovinzen Verflächungen, bald tiefer, bald höher gelegen; aus ihnen erheben sich höhere Staffeln, die wieder Verflächungen tragen, und einzelne Gebirgszüge. Hier sind manche Flüsse streckenweise von breiten Alluvialflächen begleitet, aber nur einzelne sind hier und da etwas schiffbar, und nirgends dienen sie einem ausgedehnten Verkehr. Kleinere Bäche schneiden sich in engen, ganz unfertigen Furchen in die tafelartig gelagerten Schichtgesteine ein und gewähren kaum Raum für einen Fusspfad.
Dieses gesammte Gebirgs- und Tafelland des nordwestlichen China endet nach Osten in einer Linie, die im Allgemeinen von Süd nach Nord mit etwas nordöstlicher Abweichung gerichtet ist.