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12: 1913
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183
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Wilhelm Kaufmann: Die Deutsch-amerikanischen Geschichtsblätler. 185

Schließlich sei auf die Aufsätze Ich Kippers hingewiesen, der seilte völkischen Artikel zum Teil in seiner Muttersprache schreibt. <Lr ist ein Schwabensohn aus der großen deutschen An- siedlung Slischesti (südliche Bukowina) und hat für sein Volk ein warmes Herz. Tr ist auch der einzige beachtenswerte mundartliche Dichter des Buchenlandes H.

j Ein wart über deutsches Bauerntum. (Bukow. Bäte, Ezernowitz t'l't, t- 5 ept.) Über die Bedeutung des deutschen Bauernstandes für die Erhaltung des Deutschtums. wie's Deutsche gehen kaun (Bukow. Bote t9t2, Dez.). Mundartliche Betrachtungen über die Bedeutung der Deutschen in üngarn.Die alt Zeit un das echte Schwobetum (von der Beide, Temesvar fgfZ, Folge 9, Sept.). Ist ein Tendenzfeuilleton gegen die entreißende Städtesucht bei der deutschen Landbevölkerung.Landflucht" (Bukow. Bachr., Tzeruowitz tgfz, Folge vom 22. Bug.). Ist ein Aufsatz, der die Flucht der Deutschen aus den Karpathenländern von der teuren Scholle aufklärt. Die Schuld trifft den Staat,der über seilte Verhältnisse wirtschaftet".wir baun a Baus" (von der Beide, Temesvar fgfZ, Folge vom Aug.). Eine idyllische Schilderung in schwäbischer Mundart, wie ein kleines deutsches Dörflein sich eindeutsches Baus" erbaut. Zahlreiche schwäbische Gedichte in derBeide" (Temesvar), Scherer" (Wien),Bukow. Bote" undBukow. Bachrichten" (Tzernowitz),Meine Beiinat" (Kronstadt),Ost­deutsche Bund schau" (Wien).

9ie Seuttcli-amepjlianlsclien Helcliiclilsblätlen.

von Wilhelm Kaufmann in Dresden.

Bis vor kurzen: hatten wir in den vereinigten Staaten vier Zeitschristen, welche sich der d.-amerikanischen Ge­schichtsforschung widmeten: Pros. Learneds »Oermmi ^msi'iouu Auuul8«, in englischer Sprache erscheinend; »Tim I'kuusylvuuiu Oormkm«, ebenfalls englisch; die D.-amerikanischen Geschichtsblätter" in Thikago und die von Louis Viereck in Benyork gegründeteRund­schau zweier Welten". Bei letzterem Blatte lag der Schwerpunkt mehr in der Pflege guter Beziehungen zwischen Deutschland und den vereinigten Staaten sowie in der Abwehr von Altgriffen seitens der stark von Eng­land beeinflußten angloamerikauischeu Presse. Die Rund­schau ging dann in die Hände des jüngeren Viereck über, der das Blatt in einer englischen Zeitschrift auf­gehen ließ.

Das letzte, was ich vom Bennsylvann: Oorman hörte, war ein Hilferuf. Es wird kaum möglich sein, dieses sehr wertvolle Organ der peuusilvauischeu Deutschen noch lauge am Leben zu erhalten. Es leidet stark unter dem Wettbewerb der billigen englischen Souutagsblätter. vielleicht gelingt es, die Anhängerschaft um ein Jahr­buch zu sammeln, damit es in dieser Form seine Auf­gaben noch weiter erfüllen kann.

Die d.-ameri kauischen Geschichtsblätter in Ehikago erscheinen jetzt als Jahrbuch, allerdings nicht durch die leidige Geldfrage dazu gedrängt, sondern weil der neue Redakteur, Dr. Julius Göbel, Pros. an der Illiuoiser Staatsuuiversität in Rrbana, III., der Ansicht ist, daß man in einem Jahrbuch auch größere Arbeiten, Ouellen und Urkunden als geschlossenes Ganzes auf­nehmen kaun. Das ist gewiß richtig, hat aber doch den großen Bachteil, daß die sehr wünschenswerte Ver­bindung mit dein Leserkreise auf längere Zeit gelöst wird. Das ist recht bedenklich in den vereinigten Staaten, wo man rascher vergißt als in Deutschland und wo sich der Leserkreis eines derartigen Werkes, nicht fast aus­schließlich aus Fachmännern zusammensetzt. Sicherlich wäre es besser gewesen, die Form einer vierteljahrsschrist zu wählen und einem stärkeren der vier Beste die größeren Arbeiten und die Urkunden zuzuweisen, jedenfalls ließe sich die Verbreitung der Schrift dadurch weit mehr för­dern als durch die jetzige Form. Die Zeitschrift ver­fügt über ein riesiges Verbreitungsgebiet, welches noch

völlig brach liegt, von den gegenwärtigen Abon­nenten kommen über ZttO auf Ehikago und dessen nächste Umgebung. In der Stadt Beuyork sind nur drei Abon­nenten, in St. Louis, Milwaukee, Eiucinuati nur je einer; in LIeveland, Busfalo, Pittsbnrg, Sän Frauzisko, Philadelphia, Baltimore kein einziger, von der Unzahl stark deutscher Mittelstädte ganz zu schweigen, wie viele Leser und Freunde ließen sich wohl gewinnen bei einer nur mäßigen Agitation! Durch eine Ouartalsschrist werden aber diese Freunde besser bei der Fahne gehalten werden als durch ein Jahrbuch.

jedenfalls hat das jahrbuch überall große Freude erregt, wo es aufgetreten ist. Glaubte mau doch auch diesen verdienstvollen Vorkämpfer der deutschen Sache in Amerika schon aus den: in letzterer Zeit sich so furcht­bar anfüllenden Friedhofe für d.-amerikanische Unter­nehmungen suchen zu müssen. Seit dem Ableben des früheren Redakteurs, Emil Maunhardt, erschienen die Geschichtsblätter nur noch in großen Pausen, seit über einen: jähre gar nicht mehr. Da kommen sie nun wieder als stattlicher Band von <>00 Seiten unter Göbels umsichtiger Leitung. Sie kommen mit einen: Stäbe neuer Mitarbeiter neben einzelnen bewährten alten.

Das jahrbuch erscheint halb deutsch und halb eng­lisch. Darin liegt ein großer Vorteil und niemand braucht zu befürchten, daß mit dein teilweise englischen Texte auch der englische Geist einziehen werde. Diese Gefahr verhindern die Ehikagoer Deutschen und auch der Bame Göbels. Aber es ist eine absolute Notwendigkeit, den englisch schreibenden Historikern Amerikas den Anteil der Deutschen an der Kulturentwickluug des Landes zu­gänglich zu machen. Die Massen der amerikanischen Deutschen sind diesen Bestrebungen gegenüber stets ab­lehnend geblieben. Seit über vierzig jähren besitzen wir eine gut gepflegte und auch den Gegenstand ziemlich umfassende Literatur über das wirken der Deutschen in Amerika. Aber selten hat es eine derartige Zeitschrift über 5>oo Leser gebracht. Den d.-amerikanischen Büchern ist es noch schlimmer gegangen. Ich kaun da aus Er fahruug sprechen, von meinem GeschichtswerkeDie Deutschen in: amerikanischen Bürgerkriege" sind in Bord amerika seit drei jähren nur wenig über hundert Exen: plare abgesetzt worden (in Deutschland aber weit über