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12: 1913
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Berichte über neuere Arbeiten zur Deutschkunde.

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Deniclite über neuere Arbeiten nur Seuttckkunde.

(D. d. -

Schleswig. Unsere Heimat Nordschleswig. Geschichtliches, Kulturhistorisches, Dichtung und Sage. Der Heimat Land und Volk. Herausgegeben von A. Loreuzeu, Buchschmuck von Joh. Holtz. ZZ8 S. Haderslebeu t9l2, M. L. Schütze. Geb. H.80 M.

Su dem Ringen um die innere Zugehörigkeit Nord­schleswigs, in dem die Dänen sich durch besonderen Eifer auszeichnen, ist dies Sammelwerk wenn es einem Mitarbeiter gestattet ist, darüber hier zu berichten eine bemerkenswerte d. Arbeit, deren Hauptverdienst dem unermüdlichen Herausgeber wie dein rührigen Verleger zufällt. Denn es ist bisher noch niemals in gleicher Meise versucht worden, durch eine Gesamtdarstellung die mancherlei Fäden zusammenzufassen, die aus dem Norden Schleswigs, der vielen als unbedingt dänisch gilt, zum deutschen Vaterlande hinüberführen. Ihrer Heimat wollen der Herausgeber und seine zahlreichen Mitarbeiter dienen, indem siedie Merte heben, die in ihr schlummern". Und ich möchte glauben, daß die meisten dieser Aufsätze, der Sagen und Dichtungen oder der Abschnitte aus ihnen diesen Zweck erreichen, mögen sie älteren Merken entnommen sein, wie die Schilderung des Landes von Apenrade und Tondern an nördlich oder des einheimischen Bauern­hauses von dem Dänen Meiborg stammen, oder mögen sie erst für dieses Buch geschrieben sein, wie die feinen Übersichten Momme Nissens über die Malerei in Nord­friesland und Gstschleswig und die sachkundige Schilde­rung der Landwirtschaft von Jörgen Hansen.

Sn drei Abschnitten führt uns der Herausgeber vom Grauen Meer" im Mesten und den Nordseeiuseln über Tondern nach der Heidegegend, wo esso still ist", und endlich nach dem fruchtbaren Msten, dessen Seen und Hügelvom Malde umkränzt" werden. Das Gebiet, von dessen Beschaffenheit, Vergangenheit und Menschen berichtet wird, reicht von der dänischen Grenze im Norden bis etwa zur Linie FlensburgNiebüll im Süden.

Mie viel deutsches Leben, ganz abgesehen von den Kreisen des amtlichen und öffentlichen Verkehrs, früher hier zuhause gewesen ist und sich in der Gegenwart be­hauptet, davon gewinnt der Leser aus diesen: Buche einen deutlichen Eindruck, von einen: feindseligen Gegen­satz gegen dänisches Volk und Mesen ist nirgends die Rede. vielmehr darf man sagen, daß es wirklich ge­lungen ist, so viele verschiedene Gegenstände auch von den einzelnen Verfassern behandelt worden sind, doch überall den Geist der Anregung und Erbauung fest­zuhalten, den der Herausgeber in der Einleitung so glücklich charakterisiert. Diese Einheitlichkeit in der Rich­tung scheint nur den Mangel aufzuwiegen, den manche

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in der Verbindung von verschiedenartigen selbständigen Aufsätzen mit Abschnitten aus größere:: Merken und Dichtungen sehen, viele werden vielleicht zum ersten- mal mit Freude die liebevolle Schilderuug lesen, welche der Philosoph Friedrich paulsen von seinem.bäuer­lichen Elternhause in Nordfriesland gibt, und mancher wird wohl die Absicht des Herausgebers erfülle::, indem er nun paulsens Lebenserinneruugen ganz liest. Die eingestreuten Dichtungen verbreiten eine höhere Stimmung und wecken gewiß bei vielen den Munsch, noch mehrere von ihnen zu lesen. Und es erscheint nur ein entschie­dener Vorzug, daß neben den bekannteren Dichtern, wie Storin, Liliencron und Lobsien, auch jüngere zu Morte kommen, deren Namen vielleicht noch nicht in die dörf­liche Einsamkeit von Nordschleswig gedrungen sind, wie Edert, Stiue Andresen, Prinzessin Feodora von Glücks­burg mit ihren: wehmütigen Gruß an die Jugeudheimat Gravenstein.

vielleicht hätten auch noch andere hier angefügt werden können, wie Tinun Kröger mit seinen: Schul­meister von Handewitt, Eharitas Bischof mit den lebendigen Bildern aus ihren: Leben, das sie als d. Pastorsfrau nach Roaggcr an die dänische Grenze führte, oder Mtto- mar Enking mit seinen anschaulichen Darstellungen aus dem Leben des ehrenhaften Kleinbürgertums in P. E. Behn: oder L. Brockdorff-Ahlefeldt mit seinen düsteren Balladen aus der Vorzeit Schleswigs, viele werden sich auch freuen, hier zu::: erstenmal eines der frommen Lieder von Brorson und Mexels in der guten d. Über­tragung von Kaftan oder eine Stelle aus dein einst so verbreitetenRembrandt als Erzieher" zu finden, zumal die Persönlichkeit des Verfassers, des aus Hadersleben

gebürtigen Julius Langbehn, uns von einen: Freunde des verstorbenen mit so viel Liebe geschildert wird. Mie mancher hat von den goldenen Hörnern von Galle- huus gehört, oder die hochragende Kirche von Lügumkloster und die Ruinen von Troi- burg gesehen, ohne