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III. Togo. B. Anecho.
Erfreulich ist der Rückgang des Schwarz Wasserfiebers. Der einzige ambulant behandelte Fall von leichter Hämoglobinurie kann als „Zugang“ eigentlich nicht gerechnet werden, denn er betrifft einen alten Schwarzwasserfieberpatienten, der die Disposition zu dieser Erkrankung vor vielen Jahren erworben hat. Man geht wohl nicht fehl, wenn man das Nachlassen des Schwarzwasserfiebers auf die rationelle Bekämpfung der Malaria zurückführt.
Die Dysenterie hat in Aneclio nie die Rolle gespielt, wie in anderen Bezirken des Schutzgebietes. Die Zahl der Dysenteriekranken war meist niedrig, und wenn sie anstieg, so handelte es sich um Krankenhauspatienten, die von auswärts zugegangen waren. Immerhin bietet die Dysenterie, solange sie nicht völlig ausgerottet ist, eine ernste Gefahr, und muß daher Wert auf ihre gründliche Behandlung gelegt werden.
Es bedeutet einen bemerkenswerten Fortschritt, daß Anecho ein vollständiges zahnärztliches Instrumentarium erhalten hat. Wie aus den vorstehenden Angaben liervorgeht, konnte bei Europäern eine erhebliche Anzahl von Zähnen erhalten werden, die früher ohne weiteres hätten entfernt werden müssen. Die Zahl der Plombierungen überwiegt bei Europäern die Zahl der Extraktionen. Sogar bei Eingeborenen wurden zwei Zahnfüllungen auf deren jWmisch ausgeführt; natürlich kommt für sie einstweilen meist nur die Extraktion in Betracht.
II. Allgemeiner Teil.
1. Assanierungsarbeiten.
Gegen Schluß des vorigen Berichtsjahres hatte man, veranlaßt durch die Gelbfieberepidemie, mit der Herstellung eines Dammes begonnen, der der sumpfigen Lagunenseite der Nehrung, auf welcher Anecho gelegen ist, eine geradlinige und gegen das Wasser steil abfallende Begrenzung gibt, und ein Vordringen des Wassers bis zu den Häusern mit seinen zahlreichen Nachteilen, wie Tümpelbildung, Beschädigung der Wohnungen, Verkehrsbehinderung, unmöglich macht. Die Arbeiten an dem Damm wurden im Laufe des Berichtsjahres so gefördert, daß der Damm jetzt längs der ganzen südlichen Seite der Anecho-Lagune fertiggestellt ist, und ebenso die sehr erheblichen Terrainerhöhungen zwischen dem Damm und dem südlich davon sich hinziehenden